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Indiens arme Mädchen

08. Januar 2013 - Gesellschaft

Die brutale Vergewaltigung mit Todesfolge einer indischen Studentin in Neu-Dehli durch 6 Männer macht derzeit gewaltig Schlagzeilen. Die Täter lockten die junge Frau und Ihren Freund in einen Bus (hergerichtet wie ein normaler öffentlicher Bus), misshandelten das Paar schwer und warfen ihre Opfer aus dem fahrenden Fahrzeug. Die Studentin starb wenige Tage später an ihren Verletzungen.

Ein insgesamt schlimmer und erschreckender Fall.

Mit etwas Abstand lassen sich aber ein paar spannende Muster erkennen:

  1. Kurze Zeit später wird ein weiterer Fall bekannt
  2. Die indische Regierung reagiert auf die Wut der Bevölkerung mit z.T. absurden Vorschlägen:
    1. Junge Frauen sollen zur Verhüllung verpflichtet werden
    2. Trennung der Geschlechter
    3. Schnellgerichtsverfahren
    4. ...
  3. Die hiesige Berichterstattung neigt dazu emotionale Effekte ("Hier kommen die Bestien...") zu platzieren, zu schockieren und sich teilweise mit unnötigen Details zu schmücken.

Was nur am Rande zu lesen ist, sind die gesellschaftliche Hintergründe, die solche Taten begünstigen. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: es geht hier nicht um eine Rechtfertigung in Sinne der Täter. Diese gehören aufs schärfste bestraft!

Dennoch werden populistische Maßnahmen das Grundproblem nicht lösen , geschweige denn andere Frauen schützen können. Ein paar Fragen in Bezug auf Indien sollten daher gestellt werden:

  • Warum haben Männer so viel mehr Wert in Indien, dass geborene Mädchen in nennenswerte Zahlen von Ihren Eltern getötet werden?
  • Welche Auswirkung hat das rasante wirtschaftliche Wachstum auf die Gesellschaft?
  • Inwieweit wirkt sich die grassierende Korruption auf die Aufklärung von Vergewaltigungen aus?
  • Was trägt das Kastensystem zu den Umständen bei?
  • Warum besteht in vielen Teilen des Landes ein so massiver Unterschied zwischen gesetzlich bzw. verfassungsrechtlich garantierten (Frauen-)Rechten und dem Alltag?
  • Was kann getan werden um den durchaus vorhandenen Wandel hin zu einer gleichberechtigten Gesellschaft zu unterstützen?

 Quellen:

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