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Zahlen zur Lohnentwicklung

16. Februar 2013 - Wirtschaft

Die Hans-Böckler-Gesellschaft veröffentlichte vor Kurzen Zahlen zur Lohnentwicklung in Deutschland, welche darlegen, dass die durchschnittlichen Brutto-Reallöhne 2012 niedriger ausfallen als im Jahr 2000. Auch anziehende Lohnsteigerungen in den letzten Jahren, konnten das Reallohnniveau lediglich auf 1,8 Prozent unterhalb des Wertes von 2000 heben.

Die Zahlen erlauben einen interessanten Interpretationsspielraum, wenn die Entwicklung der Tariflöhne mit einbezogen wird. Diese liegen nämlich bei 6,9% oberhalb des Niveaus von 2000 und fließen ebenfalls in die oben genannte Zahl der realen Bruttolöhne ein. In anderen Worten: nicht tarifliche Löhne werden in Vergleich zum Jahr 2000 eher noch schlechter dastehen.

Ein sinkendes oder stagnierendes Lohnniveau korrespondiert meist mit einer schwachen Binnennachfrage, erhöht die Abhängigkeit vom Export und damit wiederum von der weltwirtschaftlichen Gesamtlage. Ein generell auf den Export ausgerichtetes Land wie Deutschland erhöht dadurch allerdings auch die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit.

Unabhängig von der Import- bzw. Exportorientierung, kann je nach volkswirtschaftlicher Strömung die Lohnentwicklung unterschiedlich bewertet werden. Neo-liberale Theorien werden tendenziell zu einem positiven Zukunftsszenario kommen. Niedrige Löhne führten vereinfacht betrachtet zu mehr Wirtschaftswachstum, welches durch einen - von führenden Wirtschaftswissenschaftlern angezweifelten - Trickle-down-Effekt der kompletten Gesellschaft zu Gute kommen soll.
Die keynesianisch geprägte Sichtweise geht davon aus, dass Lohnsteigerung zu mehr Konsum und damit zu mehr Wirtschaftswachstum führen.

Am Ende bleibt noch die Anmerkung, dass die wirtschaftliche Entwicklung alleine nur eine äußerst eingeschränkte Aussagekraft über das Wohl der in der Volkswirtschaft lebenden Menschen hat.

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