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Gefahren durch Antibiotikaresistenzen

23. März 2013 - Wissenschaft

Der Direktor des Centers for Disease Control and Prevention (primäre Bundesbehörde in den USA für die Durchführung und Unterstützung von Maßnahmen zur öffentlichen Gesundheit) Dr. Thomas Frieder warnte kürzlich eindringlich vor antibiotikaresistenten Bakterien.

Verschiedene Bakterienstämme haben inzwischen Resistenzen gegen alle vorhandenen Antibiotika entwickelt. Daran erkrankte Patienten haben eine bis zu 50%tige Wahrscheinlichkeit, an den Folgen zu sterben. Daneben unterliegen resistente Bakterien einem geringeren Selektionsdruck gegenüber den nicht-resistenten Vertretern der Spezies - werden sich also im Laufe der Zeit stärker verbreiten - und können ihre Eigenschaften unter Umständen auch auf verwandte Stämme übertragen.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Von einer leichtfertigen Verschreibung beim Menschen (z.B. der sinnlose Einsatz von Antibiotika bei Erkältungen), mangelnder Umgang mit Hygienevorschriften in Krankenhäusern, bis hin zur z.T. massiven Nutzung in der Tierzucht. In Deutschland dürfen Antibiotika seit 2006 zwar nicht mehr zur Wachstumsförderung bei Zuchttieren eingesetzt werden, bei der Bekämpfung von Krankheiten aber schon. Und die Übergänge sind hier fließend auslegbar. In anderen Ländern existieren solche Verbote gar nicht, z.B. in den USA.

Die Folgen einer weiteren Zunahme der Resistenzen wären verheerend. Krankenhausbesuche und v.a. Operationen würden zu einem gravierenden Gesundheitsrisiko und im Zweifelsfall nicht mehr durchgeführt werden. Die Folgekosten - von weiteren medizinischen Kosten bis zu Produktionsausfällen durch Arbeitsunfähigkeit oder Todesfälle - könnten in
die Milliarden gehen. Von den menschlichen Tragödien mal abgesehen.

In Anbetracht dieses Szenarios wäre ein EU-weites Vorgehen wünschenswert.

Quellen:

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