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39.000 Kinderheiraten pro Tag

27. März 2013 - Gesellschaft

Nach aktuellen Schätzungen der WHO (World Health Organization) werden zwischen 2011 und 2020 140 Millionen junge Mädchen verheiratet, davon 18,5 Millionen unter 15 Jahren. Täglich wird von einer Zahl von 39.000 Kinderheiraten ausgegangen.

Dieser Umstand stellt eine eklatante Verletzung der Menschenrechte dar. Neben dem Verlust einer normalen Kindheit sowie der Chance auf ein selbstbestimmtes Leben, haben die Mädchen deutlich erhöhte Risiken Opfer (sexueller) Gewalt zu werden und an den Folgen früher Schwangerschaften zu sterben. Allgemeine physische wie psychischen Belastungen kommen noch dazu. Kindliche Unwissenheit, mangelnde Schulbildung und eine nahezu vollständige Abhängigkeit vom nicht selten deutlich älteren Mann verhindern in vielen Fällen eine effektive Verhütung und fördern die Entstehung neuer Großfamilien. Auf Grund der oftmals prekären Lebensumstände fällt die Ernährung mehrerer Kinder schwer, so dass eine frühe Verheiratung sowohl finanzielle Entlastung als auch eine möglich Mitgift bringt und dadurch von Generation zu Generation zu ähnlichen Schicksalen führt.

Die rudimentäre bis nicht vorhandene Schulbildung beraubt die betroffenen
Volkswirtschaften um viel potenzielles Humankapital, was wiederum die Überwindung der Armut behindert.

Auch wenn inzwischen 158 Ländern das legale Heiratsalter gesetzlich auf 18 Jahre festgeschrieben haben, wird die Einhaltung nur selten nachhaltig eingefordert. Betroffen sind vor allem Länder in Süd-Asien sowie die afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Die 10 Ländern mit den höchsten Raten an Kinderheiraten sind: Niger, 75%; Chad und  Zentralafrikanische Republik, 68%; Bangladesh, 66%; Guinea, 63%; Mozambique, 56%; Mali,
55%; Burkina Faso und Süd Sudan, 52%; Malawi, 50%. Indien weißt die höchsten absoluten Zahlen auf und hat mit 47% verheirateter Kinder auch relativ betrachtet erschreckende Werte.

Verbote alleine werden also kaum Verbesserungen bringen. Es gilt den Menschen Bildung und Perpektiven zu geben sowie die Möglichkeiten des Einflusses sozialer, kultureller und religiöser Meinungsführer zu nutzen (vgl. - wenn auch bei anderer Thematik - z.B. http://www.target-human-rights.com).

In Anbetracht steigender Bevölkerungszahlen in den Entwicklungsländern kann in Zukunft eher mit steigenden Zahlen von Kinderheiraten ausgegangen werden.

Quellen:

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