Diese Webseite verwendet Cookies. Diese werden z.B. für statistische Zwecke verwendet. mehr Informationenschließen
Aufklappen
Zuklappen

Archiv

2014 (65)
2013 (151)

Die Verfügbarkeit fossiler und nuklearer Energieträger

02. April 2013 - Wissenschaft

Neue Zahlen der Energy Watch Group legen ein baldiges Erreichen der maximalen Fördermengen für fossile Brennstoffe nahe und widersprechen damit Studien anderer Organisationen, wie beispielsweise der Internationalen Energie Agentur (IEA). Die Ergebnisse der Engergy Watch Group sind insofern hochgradig Glaubwürdigkeit,  da sie stiftungsfinanziert (Ludwig-Bölkow-Stiftung und die Reiner Lemoine Stiftung) vollkommen unabhängig von Einflüssen aus Politik und Wirtschaft agieren kann.

Das Internationale Forscherteam kommt zu folgenden Ergebnissen:

Öl: Der Höhepunkt der weltweiten Ölförderung wurde bereits 2005 erreicht und hält seit diesem Jahr das Niveau. Seit 2008 sinkt jedoch die konventionell geförderte Ölmenge (das bestätigt auch die IEA), so dass in immer schwerer beherrschbaren Regionen gefördert werden muss oder alternative Techniken, wie beispielsweise das Fracking, zum Einsatz kommen, welche neben hohen Kosten auch noch nicht abschließend bewertete Risiken mit sich bringen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass sich medial hochgepushte Erfolgsmeldungen bezüglich neuer Ölfelder oder Förderoptionen oft als nicht haltbar erwiesen haben.

Erdgas: Beim Erdgas gibt es größere regionale Unterschiede, in Europa ist die Gasförderung bereits seit 2000 rückläufig. In den USA wird stark auf die nicht unumstrittene Schiefergasförderung gesetzt. Insgesamt wird das Fördermaximum um das Jahr 2020 erwartet. Zu beachten ist, dass Erdgas in nicht unerheblichem Maße den Rückgang des Öls ausgleichen muss.

Kohle: Bei Kohle können die ökologische Folgen der Nutzung als Energieträger zu mehr Problemen führen, als die eigentliche Knappheit dieser Ressource. Dennoch sollte beachtet werden, dass der weltweite Bedarf maßgeblich von Australien und Indonesien gedeckt wird und selbst China als Land mit den weltweit zweitgrößten Kohlereserven auf Importe angewiesen ist. Ferner sinkt die Qualität der Kohle in ersten Förderregionen (z.B. Südafrika), was für Kraftwerke einen geringeren Wirkungsgrad sowie ggf. mehr Verschmutzung bedeutet. Aus diesen Gründen wird auch hier von einem Fördermaximum im Jahr 2020 ausgegangen.

Uran: Auch Uran ist nicht unbegrenzt verfügbar. Dazu kommt, dass die Kernkraft weltweit betrachtet eine eher untergeordnete Rolle bei der Energieerzeugung spielt. Es wird davon ausgegangen, dass mit einer Uranversorgung von noch ca. 40 Jahren gerechnet werden kann. Allerdings zeigen sich auch in diesem Fall bereits Anzeichen einer Verteuerung der Förderung.

Die Begrenztheit der vorhandenen Energieressourcen sowie die Zunahme des globalen Energieverbrauchs sind unabstreitbare Tatsachen. Ob eine nennenswerte Verknappung ein paar Jahre früher oder später beginnt ihre Auswirkungen zu zeigen, spielt mittelfristig keine Rolle, da die Folgen identisch sind, lediglich der Zeithorizont ist ein anderer. Sobald die zur Zeit vorherrschenden Energieträger massive Verteuerungen erfahren werden - was nach einer banalen Angebots und Nachfrage Betrachtung unweigerlich passieren wird -, werden diejenigen Nationen massiv wirtschaftlich aber auch sozial profitieren, die frühzeitig in relevante Technologien investiert haben. Neben der Energieerzeugung (von regenerativen Energiequellen bis zum Fusionskraftwerk) werden Techniken zur Steigerung der Energieeffizienz sowie  -speicherung immer wichtiger.

Kurzfristig orientierter Aktionismus sowie die Verweigerung sich unbequemen Wahrheiten zu stellen, können sich in ein paar Jahren als schwere Bürde erweisen.

Quellen:



Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.

0 Kommentare