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Die Kosten des Alkoholkonsums

03. April 2013 - Gesellschaft

In der Pressemitteilung zum "Jahrbuch Sucht 2013" weißt der Deutsche Hauptstelle für Suchfragen e.V. auf die im Allgemeinen deutlich unterschätzen Gesundheitsrisiken von Alkohol hin. In dem 1947 gegründeten Verein sind nahezu alle bundesweit tätigen Suchthilfeorganisationen vereint und bündeln ihre Fachkompetenz.

Entgegen der werblichen positiven Darstellung des Alkoholkonsums, können die damit in Verbindung stehenden Folgen drastisch sein. Direkte gesundheitliche Risiken resultieren aus erhöhten Wahrscheinlichkeiten für Krebserkrankungen, Organschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer gesteigerten Unfallneigung.  Gesellschaftlich betrachtet kommen vor allem Schäden durch alkoholindizierte Gewalt- und Vandalismusdelikte sowie die massiven Auswirkungen auf den Straßenverkehr (16.000 Unfälle mit mindestens einer alkoholisierten Person) dazu. Deutschlandweit wird von jährlich 74.000 Toten durch die Folgen des Alkoholkonsums (mit und ohne Rauchen) ausgegangen.

Der volkswirtschaftlichen Schäden werden mit 26,7 Milliarden Euro beziffert und beinhalten neben medizinischen auch wirtschaftliche Kosten, z.B. durch Frühverrentung oder Erwerbsunfähigkeit. Ich gehe davon aus, dass die Kosten nicht direkt betroffener Menschen (u.a Unfallopfer von alkoholisierten Autofahrern, Opfer von Gewalttaten) in der genannten Summe nicht berücksichtigt sind.

Oft wird dagegen argumentiert, dass der Alkoholkonsum auch entsprechend hohe Steuereinnahmen einbringt, welche die Kosten kompensieren könnten. Im Jahr 2012 wurden folgende Summen erzielt:

Branntweinsteuer: 2.121 Mio. Euro
Alkopopsteuer: 2 Mio. Euro
Schaumweinsteuer:  450 Mio. Euro
Zwischenerzeugnissteuer: 14 Mio. Euro
Biersteuer: 697 Mio.
Gesamt: 3.284 Millionen

Den volkswirtschaftlichen Kosten von 26,7 Milliarden Euro stehen also lediglich knapp 3,3 Milliarden Euro Steuereinnahmen gegenüber. Von einer Kompensation kann also keine Rede sein. Als Präventionsmaßnahmen werden u.a. höhere Steuern auf Alkoholprodukte, Regelungen für Werbemaßnahmen sowie eine Einschränkung der Verkaufszeiten vorgeschlagen.

Die Grenzwerte für vergleichsweise risikoarmen Alkoholkonsum liegen bei 12g/Tag reinem Alkohol bei Frauen und 24g/Tag bei Männern. Frauen erreichen diesen Grenzwert bereits bei ca. 0,3 Liter Bier oder 0,2 Liter Wein.

Quellen:

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