Diese Webseite verwendet Cookies. Diese werden z.B. für statistische Zwecke verwendet. mehr Informationenschließen
Aufklappen
Zuklappen

Archiv

2014 (65)
2013 (151)

Die neue Vogelgrippe und die Medien

06. April 2013 - Gesellschaft

Seit gestern scheint sich mal wieder etwas in der fast schon vergessenen Causa "Vogelgrippe" zu tun. In verschiedenen Medien (Spiegel Online, Bild, Zeit) ist der Start einer umfangreicheren Beschäftigung mit dem Thema zu erkennen.

Die WHO bietet zu diesem Thema sehr ausführliche Informationen an (vgl. Quellen). Am 01.04.2013 wurden die ersten drei Fälle mit dem H7N9-Virus infizierter Personen in China gemeldet. Zwei der erkrankten Personen starben, bei der dritten ist der Zustand kritisch. Am 03.04.2013 wurden vier weitere - und von den ersten unabhängige - kritische Fälle genannt. Die chinesischen Behörden beobachten die Kontakte der erkrankten Personen intensiv und führen umfangreiche Untersuchungen über Herkunft und Übertragung des Virus durch. Gestern wurden dann erneut fünf weitere Fälle bekannt, heute zwei weitere.

Beim H7N9 handelt es sich um ein Virus, welches normalerweise Vögel befällt und in seltenen Fällen Menschen infizieren kann. Generell sind von Tieren auf Menschen übertragene Viren gefährlich, da sie sich unter Umständen mit menschlichen Viren kreuzen und damit zu deutlich gefährlicheren Viren mutieren können. Ähnliche Befürchtungen gab es beim H5N1 Virus um das Jahr 2006 sowie dem H1N1 Virus um 2009.

Wenn zum aktuellen Zeitpunkt Artikel mit Überschriften wie "H7N9 breite sich in China aus" zu lesen sind, dann mag das schon verwundern. 18 Fälle bei einer Bevölkerung von ca. 1,3 Milliarden Menschen klingen jetzt nicht sonderlich beunruhigend. Und auch der Umgang der chinesischen Behörden liest sich recht konsequent.

Sicherlich wäre es ein Fehler, die Gefahr völlig herunterzuspielen. In Zeiten globalisierten Handels und den damit verbundenen transkontinentalen Reisebewegungen hätte ein gefährliches Virus ein leichtes Spiel. Die Wissenschaftler der WHO und der lokalen Gesundheitsbehörden beobachten solche Infizierungen sicherlich nicht ohne Grund sehr genau.

Aber eine frühzeitige und unbegründete mediale Panikmache reduziert die Glaubwürdigkeit von WHO-Warnungen enorm. Sollte es irgendwann wirklich zu einer Pandemie kommen, werden nicht wenige Menschen berechtigter Weise auf vergleichbare Berichterstattungen verweisen und sich nicht an dann notwendige Vorsichtsmaßnahmen halten.

Jetzt bleibt es erst mal abzuwarten, bis wieder Einkaufswellen auf weitestgehend wirkungslose Antigrippelmittel beginnen...

Quellen

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.

0 Kommentare