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Kooperation und Kriegsgefahr – das Verhältnis von Nord- und Südkorea

08. April 2013 - Internationales

Die Teilung Koreas hat ihre Wurzeln am Ende des zweiten Weltkrieges. Alliierte Truppen befreiten Korea von der Besetzung Japans. Nach Beendigung des Krieges wurde den USA sowie der damaligen Sowjetunion von den Vereinten Nationen die Verwaltung des Landes übertragen. Die beiden Großmächte einigten sich auf die bis heute entlang des 38. Breitengrades verlaufende Aufteilung des Landes. Vergleichbar mit der deutschen Geschichte, kam es bereits 1948 zur Proklamation unabhängiger Staaten, jeweils gestützt durch die dahinter stehende Weltmacht.

Der Koreakrieg 1950-1953 manifestierte trotz mehrerer Wendungen und Interventionen ausländischer Mächte die Teilung. Die damaligen Koalitionen sind auch heute noch zu erkennen: China und eingeschränkt Russland auf Seiten Nordkoreas, die USA auf Seiten Südkoreas.

Trotz des bis zum 30. März 2013 geltenden Waffenstillstands gab es immer wieder kleinere Scharmützel an den Grenzen. Insgesamt stehen sich gemessen an der Bevölkerung große Militärapparate gegenüber: 685.000 Soldaten in Südkorea (bei ca. 49 Millionen Einwohnern), über 1.000.000 Soldaten in  Nordkorea (bei ca. 25 Millionen Einwohnern). Die Rüstungsetats sind ebenfalls enorm (vgl. hier).

Auch wenn die aktuellen Drohungen Nordkoreas durchaus neue Dimensionen erreichen, waren diese taktischen Manöver schon unter dem Ende 2011 verstorbenen Kim Jong-il immer wieder zu erkennen und dien(t)en letzten Endes nur dazu, die eigene Verhandlungsposition zu stärken oder innenpolitisch Punkte zu machen. Ein Krieg - am Ende gar ohne Zustimmung der Schutzmacht China - würde aller Voraussicht den Zusammenbruch des Regimes bedeuten. Der mögliche Einsatz von Atomwaffen mag zwar Verluste in der Zivilbevölkerung nach oben treiben, würde aber den Ausgang des Konfliktes nicht wesentlich ändern. Einzig eine massive Intervention bzw. Beteiligung der in Konkurrenz stehenden Schutzmächte USA und China könnten zu einem deutlich umfangreicheren Krieg führen.

Trotz der ideologischen Gräben gibt es - wenn auch aktuell unterbrochen - in der Region Kaesong (siehe Karte) eine intensive wirtschaftliche Kooperation zwischen den beiden Staaten. Seit Ende 2002 existiert in dem 66 km2 großen Gebiet eine nordkoreanische Sonderwirtschaftszone, in welcher sich südkoreanische Unternehmen ansiedeln. Ab 2003 würde darüber hinaus ein freier Handel sowie Zollfreiheit für dieses Gebiet vereinbart. Ein Großteil des interkoreanischen Handels - immerhin 1,97  Milliarden Dollar im Jahr 2012 - findet den Weg über diese Zone. Investition von mehreren 100 Millionen Euro von über 100 südkoreanischen Unternehmen machen die Sonderwirtschaftszonen zu einem
lukrativen Ort für beide Seiten.

Südkorea profitiert vor allem von sehr niedrigen Löhnen der rund 50.000
nordkoreanischen Arbeiter. Nordkorea kann wiederum westliche Devisen erwirtschaften - Löhne werden an das Regime bezahlt, welches nicht unerhebliche Teile davon einbehält.
Daher bleibt die Kooperation nicht ohne Kritik.

Dennoch kommt diese Lösung beiden Staaten zugute. Ob das jedoch die Kriegsneigung  minimiert oder gar eine Tendenz hin zu einer möglichen Wiedervereinigung öffnet, darf angezweifelt werden. Letztendlich finanziert sich v.a. Nordkorea dadurch weitere Investitionen in die Rüstung sowie die generelle Aufrechterhaltung einer Grundversorgung seiner Bevölkerung und auch Südkorea manifestiert damit den eingeschlagenen wirtschaftlichen Weg.

Insgesamt ist die Beurteilung also zwiespältig.

Quellen:

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