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UN-Kritik an Privatisierungen in Burundi

19. April 2013 - Wirtschaft

Die Weltbank und der IWF sind unter anderem Verfechter einer konsequenten Privatisierungspolitik, welche als Maßnahme zur Ankurbelung der Wirtschaft und Sanierung von Staatshaushalten verstanden wird. Auch in den aktuell in südeuropäischen Ländern durchgeführten Krisenbewältigungsstrategien ist ein entsprechendes Vorgehen zu beobachten.

Im afrikanischen Staat Burundi - einem der ärmsten Länder der Welt, HDI-Rang: 178 von 186 - wurde seit 2008 eine von der Weltbank initiierte Privatisierung der Kaffeeindustrie gestartet. Dieser Wirtschaftsbereich macht ca. 90% der Exporterlöse von Burundi aus und ernährt gut 55% der Bevölkerung.

Zwei UN-Experten - Olivier De Schutter (Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung) sowie Cephas Lumina (Bereich Auslandsverschuldung und Menschenrechte) - fordern jetzt die Aussetzung der Privatisierungen und machen auf die negativen Folgen für die Bevölkerung aufmerksam.

Vor allem die Interessen der einfachen Kaffeebauern würden nicht berücksichtigt. Bis zu Beginn der Reformen wurde ein Großteil der Wertschöpfung durch die Farmer selbst organisiert und über 70% der am Weltmarkt erzielten Erlöse flossen an diese zurück. Inzwischen findet gerade mal 5% der weiterverarbeitenden - und i.d.R. im Vergleich zum Anbau deutlich lukrativeren - Prozesse in Burundi selbst statt. Für international agierende Kaffeeproduzenten sicherlich ein gutes Geschäft. Die Kaffeebauern selber werden dagegen zu marktabhängigen Rohstofflieferanten degradiert, was sich nach und nach auf ganz Burundi negativ auswirken wird.

Nach einem halben Jahr Austausch zwischen den UN-Behörden und der Weltbank, beklagen die UN-Vertreter eine mangelnde und intransparente Informationspolitik von Seiten der Weltbank. Darüber hinaus warnen sie davor, die Fehler früherer Jahre zu wiederholen, in denen Privatisierungen in Entwicklungsländern ohne Rücksicht auf die Stakeholder durchgeführt wurden.

Quellen:

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