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Die neue EU-Saatgutrichtlinie

23. April 2013 - Umwelt

Eine von unterschiedlichen Bürgerinitiativen sowie der Wissenschaft heftig kritisierte Richtlinie der EU ist derzeit in Bearbeitung und soll Anfang Mai dem EU-Parlament vorgelegt werden. Die aktuelle Regelung besagt, dass nur Saatgut in den Verkehr gebracht werden darf, welches von zugelassenen Pflanzensorten stammt. In Deutschland ist das Bundessortenamt (BSA) für eine entsprechende Prüfung zuständig.

Ein bisher vorhandener Graubereich war der mehrheitlich privat organisierte Tausch mit regionalen oder seltenen Sorten unterschiedlicher Nutzpflanzen. Hier soll gesetzliche Klarheit geschaffen werden. Kritiker der Richtlinie befürchten, dass die oben genannte Regelung auch auf diesen Kleinstbereich ausgedehnt wird. Nachdem Zulassungsverfahren sehr teuer sind, wäre die Konsequenz, dass unzähliges Saatgut nicht mehr legal abgegeben werden dürfte und somit ein sowieso schon massives Voranschreiten der Verringerung der Sorten- und damit auch der genetischen Vielfalt verstärkt werden würde. Die United Nations agricultural agency warnte erst kürzlich eindringlich davor.

Die Umsetzung der Richtlinie wird durch die Lobbyisten großer Saatguthersteller unterstützt, die sich davon eine Ausschaltung von kleinen Konkurrenten und damit mehr Profit versprechen.

Nachtrag (24.04.2013):

Die EU-Kommission äußert sich in einer Klarstellung zu den Bedenken und schließt eine Auswirkung auf Privatpersonen aus. Für alte Sorten sollen spezielle und abgeschwächte Regelungen getroffen werden.

Ob damit die befürchteten Problem aus der Welt geräumt sind, bleibt offen. Denn auch in milderer Form könnte die Regelung für kleinste Saatguthändler immer noch das Aus bedeuten.

Quellen:

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