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Arbeiten am Fusionsreaktor

28. April 2013 - Wissenschaft

In Südfrankreich wird seit 2009 im Kernforschungszentrum Cadarache an einem Kernfusionsreaktor gebaut, welcher ab 2020 für erste Experimente zur Verfügung stehen soll. Das unter dem Namen ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) laufende internationale Projekt soll elementare Erkenntnisse zu Nutzung der Fusionsenergie liefern und die Grundlagen für das Folgeprojekt "DEMO" (DEMOnstration Power Plant) erarbeiten. Während ITER ausschließlich für Forschungszwecke gedacht ist, wird mit DEMO ab ca. 2040 die Stromerzeugung geplant.

Bisher ist die Fusionsenergie eher ein theoretisches Konzept und hat noch mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen. Auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit ist nicht abschließend geklärt. In Anbetracht der sinkenden Verfügbarkeit fossiler Energieträger sowie Uran, besteht in der Fusionskraft aber durchaus die berechtigte Hoffnung ein rettender Ersatz für klassische Kraftwerke zu werden. Allerdings bleibt zu bedenken, dass noch viele Hürden überwunden werden müssen und es noch Jahrzehnte dauern wird, bis - sofern sich die Umsetzbarkeit als machbar herausstellt - die Fusionskraft einen nennenswerten Anteil an der weltweiten Energieerzeugung leisten kann.

Im Gegensatz zu den regenerative Energiekonzepten (Windkraft, Solarenergie), deren Probleme weniger in der Energieerzeugung als vielmehr im Transport sowie vor allem der entsprechenden Speicherung liegen, könnten Fusionskraftwerke kontinuierlich Energie liefern. Für einen sicheren und zuverlässigen Energiemix der Zukunft sind, nach dem zumindest mittelfristig absehbaren Wegfall klassischer Kraftwerke, auf jeden Fall unterschiedliche Lösungsstrategien notwendig.

Auch wenn bei der Erzeugung von Fusionsenergie verstrahltes Material - v.a. Kühlmittel oder Anlagenteile - entsteht, gilt sie als deutlich sicherer als die bisher im Betrieb befindlichen Atomkraftwerke. Ferne würden nach dem aktuellen Forschungsstand auch keine langlebigen strahlenden Substanzen entstehen.

Die Geschichte von ITER geht auf eine sowjetische Initiative aus dem Jahr 1985 zurück. Konkrete Planungen begannen 1988. Erst im Jahr 2005 wurden die langwierigen Verhandlungen zum Bau von ITER abgeschlossen und eine Einigung für den Standort gefunden. Finanziert wird das milliardenschwere Projekt von der Europäischen Atomgemeinschaft, Japan, Russland, der Volksrepublik China, Südkorea, Indien und den USA. Der Zusammenschluss der z.T. stark konkurrierenden Nationen zeigt die weltweite Bedeutung einer zukunftsfähigen Energieerzeugung und die Hoffnung, die in das Projekt gesetzt wird.

Auf der Webseite von ITER wird ein zusammenfassendes, ca. 6,5 Minuten langes Video ( www.iter.org/newsline/265/1570) über die Geschichte und Entwicklung zur Verfügung gestellt. Aktuell in Englisch, weitere Sprachversionen sollen aber folgen.

Quellen:

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