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Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit und deren Folgen

09. Mai 2013 - Zahlen

Die International Labour Organization (ILO) mit Sitz in Genf veröffentlichte vor Kurzem einen ausführlichen Bericht zur weltweiten Jugendarbeitslosigkeit und weist darauf hin, dass die Zahlen, nach einer Phase der Erholung in den Jahren 2010/2011, sich seit 2012 wieder dem Peak des Jahres 2008 annähern. Vergleiche dazu die nachfolgende Grafik. Sofern nicht anders gekennzeichnet, fallen Menschen zwischen 15-24 Jahren unter den Begriff "Jugend".

Die Werte für die Jahre 2012 und 2013 sind Hochrechnungen der ILO (das gilt auch für die zweite Grafik). Die absoluten Zahlen bewegen sich zwischen 69,9 Millionen 2007, 74 Millionen 2009 und 73,4 Millionen 2013.

Regional betrachtet sind die Entwicklungen sehr unterschiedlich. Während sich die Zahlen im oben genannten Zeitraum weltweit betrachtet zwischen 11,5% und 12,7% einpendeln, gibt es drei Regionen mit generell weit über dem Weltdurchschnitt liegenden sowie stark ansteigenden Zahlen: Entwickelte Länder inkl. EU, Nordafrika und den mittleren Osten.

Gründe für die dargestellten Entwicklungen sind sowohl in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (entwickelte Länder und EU) als auch in den Fertilitätsraten (Mittlere Osten, Nordafrika) der entsprechenden Regionen zu sehen.

Die Folgen hoher Jungendarbeitslosigkeit können vielfältig sein. Auch wenn sich der arabische Frühling in Nordafrika nicht monokausal auf die Scharen perspektiv- und chancenloser Jugendlicher zurückführen lässt, ein nicht unerheblicher Teil der Antriebskraft für die oftmals unter Gefahr für Leib und Leben herbeigeführten Veränderungen ist sicherlich in der Frustration junger Menschen zu finden. Im ehedem instabilen nahen Osten birgt die Zahl von nicht ganz 30% arbeitslosen Jugendlichen ein enormes soziales und politisches Konfliktpotenzial.

In den Entwickelten Ländern mag man ein Jammern auf hohem Niveau unterstellen und die durchaus vorhandenen Proteste junger Menschen haben bisher noch nicht die gesellschaftliche Bereite erreicht, um grundlegende Veränderungen herbeizuführen. Dennoch ist festzuhalten, dass eine ganze Generationen - vor allem in den Krisenländern der europäischen Union, aber beileibe nicht darauf beschränkt (vgl. z.B. USA) - um ihre Chance auf ein Leben mit einem zumindest annähernden Lebensstandard wie deren Eltern beraubt wird. Die Auswirkungen werden sich in diesen Ländern voraussichtlich erst in der langen Frist zeigen und sich durch einen Mangel an - inzwischen abgewanderten - Fachkräften, weniger Innovationskraft sowie generell höheren sozialen Folgekosten bemerkbar machen.

Quellen:

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