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Krise verschärft Ungleichheit

16. Mai 2013 - Gesellschaft

Aktuelle Zahlen der OECD legen eine Beschleunigung des Anstiegs der ungleichen Verteilung von Einkommen dar. In einer Fortschreibung wird die Entwicklung des Markteinkommens (market income) betrachtet. Dieses beinhaltet Einkommen aus Arbeit und Investments, berücksichtigt aber Steuern und staatliche Transferleistungen nicht.

Von 2007 bis 2010 Jahren kam es demnach in den OECD-Ländern zu einem Anstieg der Ungleichheit von 1,4%, was sich generell nicht nach viel anhört, jedoch der Steigerung entspricht, die in den vorherigen 12 Jahren stattgefunden hat. Zur Berechnung wird hierzu der sog. Gini-Koeffizient verwendet, welcher in diesem Fall bei 0 eine absolute Gleichverteilung, bei 1 die absolute Ungleichverteilung -  d.h. ein einzelner Mensch würde alles besitzen -  repräsentiert.

Berechtigterweise besteht der Einwand, dass letztendlich der Nettoeinkommen entscheidend ist. In Krisenstaaten mögen sowohl Steuern als auch Transferleistungen steigen und für eine gewisse Umverteilung sorgen. Ob diese jedoch - wie im Artikel der OECD genannt - die Ungleichverteilung zu großen Teilen aufheben, ist diskussionswürdig.

Insgesamt warnt die OECD vor allem vor den langfristigen Folgen. Ein Wegfall staatlicher Transferleistungen nach längerer Arbeitslosigkeit, der Mangel an Vorsorgeinvestitionen sowie eine steigende Staatsverschuldung lassen die entstehenden Problemfelder der Zukunft erahnen.

Korrespondierend zur Entwicklung der Jungendarbeitslosigkeit, steigt für Kinder und Jugendliche zunehmend das Armutsrisiko und diese könnten mittelfristig die ältere Generation als Risikoaspiranten ablösen, was wiederum langfristig erneut zu einer erhöhten Altersarmut führen wird - ganz nach dem Prinzip "Armut schafft Armut".

Innerhalb der ausgewerteten OECD-Staaten sind die Daten alles andere als homogen. Während in Chile, Mexiko, Israel oder den USA hohe Einkommensunterschiede aufweisen, liegen Island, Norwegen oder Dänemark deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Deutschland liegt ebenfalls leicht darunter.

Länder-Daten der OECD

Abschließend sei noch der Fakt erwähnt, dass eine hohe Ungleichheit in der Einkommensverteilung oftmals mit einer äußerst geringen sozialen Mobilität einhergeht. Dieses Problem kann durchaus als schwerwiegender betrachtet werden, als eine ungleiche Einkommensverteilung, da es nahelegt, dass das Leistungsprinzip bei der Besetzung von - im Durchschnitt gut bezahlten - Führungspositionen nicht konsequent greift.

Quellen:

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