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Insekten als Fleischersatz?

20. Mai 2013 - Umwelt

Eine von der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) initiierte und von der Universität Wageningen (Holland) erstellte Studie über den Beitrag essbarer Insekten zur Nahrungsversorgung, findet zur Zeit eine nicht unerhebliche mediale Rezeption. Verantwortlich dafür ist aber wohl weniger das eigentliche Interesse am Thema, als vielmehr der vor allem für Menschen aus den westlichen Kulturkreisen vorhandene Gruselfaktor, der bei der Vorstellung, allerlei insektoides Getier verspeisen zu sollen, aufkommen wird. Die ZDF-Reihe "planet e." hat unter dem Titel "krabbelnde Köstlichkeiten" einen sehenswerten Beitrag veröffentlicht.

Was sich aufs erste lesen als eine reichlich absurde Idee anhört, hat jedoch konkrete Hintergründe. Die Weltbevölkerung wird nach Prognosen der Vereinten Nationen bis 2050 auf über 9 Milliarden Menschen anwachsen (mittlere Entwicklungsprognose). Die Nahrungsmittelversorgung - insbesondere mit Protein - wird dadurch auf neue Herausforderungen gestellt (vgl. auch Biodiversität). Fleisch und Fisch - als klassische Proteinquellen -, werden in der benötigten Menge immer schwerer herzustellen sein und bringen massive ökologische Probleme mit sich. Insekten haben als kaltblütige Lebewesen dagegen eine deutlich bessere Nahrungsmittelumwandlungsrate. D.h. die Menge an essbaren Output im Vergleich zu dem während der Zucht benötigen verfütterten Stoffen ist deutlich höher. Im Nährwert können Insekten ebenfalls problemlos mit den klassischen Futtertieren mithalten und übertreffen diese sogar oftmals.

Die Zucht gestaltet sich in der Regel einfach und ist auch dezentral in kleinen Einheiten möglich. Selbst im urbanen Umfeld wären kleine Insektenfarmen denkbar, was wiederum der zunehmenden Verstädterung entgegenkommen könnte.

Weltweit sind über 1900 essbare Insektenarten bekannt. Zu den am Häufigsten verzehrten Insekten gehören Käfer (Coleoptera, 31%), Raupen (Lepidoptera, 18%), Bienen, Wespen und Ameisen (Hymenoptera, 14%), Grashüpfer, Heuschrecken und Grillen (Orthoptera, 13 %), Zikaden,  Schildläuse und Schnabelkerfen (Hemiptera, 10%), Termiten (Isoptera, 3%), Libellen (Odonata, 3%), Fliegen (Diptera, 2%) und andere (5%).

Was in vielen Kulturkreisen wie selbstverständlich zur guten Küche gehört, wird einem in westlich geprägten Ländern aufgewachsenen Menschen doch eher den Ekel ins Gesicht treiben und ich bin hier bestimmt keine Ausnahme. Aber letztendlich kommt es auf die Zubereitung an. Wer Fischstäbchen oder Chickennuggets isst, legt bestimmt auch keinen Wert darauf zu wissen, was dort im Detail verarbeitet worden ist. Hauptsache es entspricht in Konsistenz und Geschmack den gewohnten Formen. In Holland gibt es bereits erste Supermärkte, in denen Nahrungsmittel aus Insekten verkauft werden, auch wenn es sich bisher noch um ausgewählte Nischenprodukte handelt und diese entsprechend für den europäischen Gaumen aufbereitet worden sind, könnte dies ein ersten Schritt zu einem langfristigen Wandel sein.

Quellen:

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