Diese Webseite verwendet Cookies. Diese werden z.B. für statistische Zwecke verwendet. mehr Informationenschließen
Aufklappen
Zuklappen

Archiv

2014 (65)
2013 (151)

Gescheiterter Staat: Polio in Somalia

24. Mai 2013 - Internationales

Der Plan der WHO den für die Poliomyelitis - kurz Polio - bzw. auf Deutsch "Kinderlähmung" verantwortlichen Erreger bis 2018 vollständig auszurotten, hat durch den Ausbruch der Krankheit im seit 2004 als polio-frei geltenden Somalia einen Rückschlag erlitten.

Die heimtückische Infektionskrankheit Poliomyelitis befällt vor allem Kinder und kann zu bleibenden Lähmungen oder im schlimmsten Falle zum Tod führen. Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, gibt es keine direkten Therapiemöglichkeiten. Im 20sten Jahrhundert kam es immer wieder zu größeren regionalen Epidemien. Seit der Entdeckung von Impfstoffen ab 1954 ist die Zahl der Erkrankungen weltweit rückläufig.

Bis auf Afrika, den mittleren Osten, Indien und wenige süd-ostasiatische Ländern, gilt die Kinderlähmung als ausgelöscht. Solange sich jedoch der Virus noch in freier Wildbahn befindet, besteht immer die Gefahr einer erneuten weltweiten Verbreitung, v.a. wenn in Ländern mit längeren Phasen ohne Krankheitsausbruch die Impfrate abnimmt. Das Beispiel zeigt, dass sich gescheiterte Staaten auch ganz anders als normalerweise wahrgenommen (Flüchtlinge, Terrorismus) auf den Rest der Welt auswirken können.

Die vollständige Ausrottung von Krankheitserregern gelang bisher nur bei den Pocken, welche seit 1980 als besiegt gelten und lediglich in zwei Laboren in den USA und Russland vorgehalten wird. Begründet wird die Lagerung mit der Option zur Herstellung von Impfstoffen.

WHO Experten sind bereits bemüht, das Aufflackern der Kinderlähmung in Somalia einzudämmen und vor allem ein übergreifen auf die Nachbarstaaten zu verhindern. Auf Grund der instabilen Verhältnisse in dem Bürgerkriegsland stehen die Helfer vor einer schweren Aufgabe.

Quellen:

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.

0 Kommentare