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Lauschangriff 2.0

10. Juni 2013 - Gesellschaft

Während in Deutschland noch nicht abschließend über die Gesetzeslage zur Vorratsdatenspeicherung entschieden worden ist, zeigen US-amerikanische Geheimdienste was heute technisch machbar ist.

Auch wenn es niemanden wirklich überraschen will, geben sowohl Umfang als auch die Art und Weise der Überwachungsmaßnahmen zu denken. Die USA spielen hierbei sehr deutlich ihren Heimvorteil aus - schließlich sind die meisten großen Internetdienstleister, wie Apple, Facebook, Google, Microsoft oder Twitter, dort angesiedelt. Dass diese Unternehmen ohnehin schon massiv Daten sammeln und z.T. ausschließlich von der Nutzung dieser Informationen leben, ist hinlänglich bekannt. Auch in der Welt des Internets ist nichts wirklich kostenlos, nur dass eben persönliche Informationen zur neuen Währung werden.

Mit dem Fortschreiten moderner Datenbanken und Suchalgorithmen werden die früher nicht zu beherrschenden Datenmengen nun auch für Geheimdienste interessant. Dass die genannten Unternehmen den Staatsbediensteten freiwillig Zugriff auf die Daten verschafft haben, ist anzunehmen, auch wenn es teilweise noch dementiert wird.

Neu am Vorgehen der US-Behörden ist die Art und Weise der Auswertung. Statt mit profilgebenden Verfahren, wird beim Überwachungsprogramm Prism versucht, verhaltensbasiert zu ermitteln. Sehr vereinfacht gesprochen: Terrorist A war dreimal die Woche auf Facebook aktiv, nutzte Skype für durchschittlich 2 Stunden am Tag und hatte keinen Twitter-Account. Auf dieses Verhalten hin, werden jetzt normale Bürger durchleuchtet. Hat jemand zufällig das gleiche Nutzungsverhalten, so ist er verdächtig und kann genaueren Untersuchungen unterzogen werden.

Prism soll bereits seit 2007 aktiv sein. Aufgrund der Weltweiten Präsenz der genannten US-Unternehmen und deren Millionen User machen die schiere Menge an verfügbaren Daten, Informationen und Verhaltensmustern deutlich. Es kann davon ausgegangen werden, dass auch die Daten zahlreicher Bundesbürger bereits in den Fängen der US-Geheimdienste sind.

Die Brisanz des Themas wird mit einer steigenden Digitalisierung des Lebens weiter zunehmen. Es bleibt spannend, ob sich die bekannt gewordenen Maßnahmen auf die zunehmende Nutzung von Clouddiensten - auch im Businessumfeld - auswirken werden.

Quellen:

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