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Doch keine Leopard-Panzer für Saudi-Arabien?

12. Juli 2013 - Wirtschaft

Eine seit Monaten umstrittene Lieferung von Leopard-Panzern an Saudi-Arabien scheint jetzt vor dem Aus zu stehen. Bereits vor gut zwei Jahren lag der Regierung die Voranfrage des Herstellers Krauss-Maffei-Wegmann vor. Aufgrund des massiven Protestes von Opposition, Friedensbewegung und sogar Teilen der knapp 30 Firmeninhaber, sollte die Entscheidung von Seiten der Bundesregierung erst nach den kommenden Wahlen getroffen werden.

Die saudischen Verantwortlichen scheinen jetzt in tiefer gehenden Verhandlungen mit dem us-amerikanischen Konzern General Dynamics zu stehen. Dieser ist am Jahresumsatz gemessen um ein Vielfaches größer als die Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co KG und verfügt  in der Region bereits über eine entsprechende Versorgungslogistik (Ersatzteile, Mechaniker), welche das deutsche Unternehmen erst noch aufbauen müsste.

Ob es sich von Seiten der Saudis lediglich um einen Versuch handelt, die Entscheidungsfindung hierzulande zu beschleunigen, bleibt offen. Der Bundesregierung käme ein Abbruch des Panzergeschäfts sicherlich nicht ungelegen, da dadurch die Wahl zwischen Wirtschaft und Moral entfallen würde.

Der Ölreichtum hat Saudi-Arabien bisher von Seiten der westlichen Staaten eine erstaunliche Toleranz gegenüber eklatanten Menschenrechtsverletzungen und weltweiter Unterstützung radikal-islamischer Kräfte beschert, was sich letztenendes auch in diesem Fall wieder bestätigten wird. Statt von einem deutschen Unternehmen, werden die Saudis voraussichtlich von den USA bedient.

Ob sich der potenzielle Wegfall des auf um die 5 Milliarden Euro geschätzten Geschäfts nachhaltig auf die deutsche Waffenindustrie auswirken wird, kann angezweifelt werden. Zumindest der Zulieferer Rheinmetall - für den durch den Deal eine gute Milliarde Euro Umsatz entstanden wäre - sieht den Neuigkeiten auf Grund der allgemein guten Auftragslage entspannt entgegen. Deutschland zählt immerhin zu den größten Waffenexporteuren der Welt.

Quellen:

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