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Zersplitterung der Opposition in Syrien

13. Juli 2013 - Internationales

Im syrischen Bürgerkrieg scheinen sich zunehmend verschiedene Lager zu bilden. Während noch vor einiger Zeit die Fronten relativ klar zwischen Assad und einer ihm gegenüberstehenden Opposition gezogen werden konnten, gibt es inzwischen innerhalb der Rebellen deutliche Zerwürfnisse.

Die Ermordung eines hochrangigen Militärs der Freien syrischen Armee durch radikale islamistische Kräfte wird die Zusammenarbeit bei Operationen gegen das Assad-Regime in Zukunft deutlich schwieriger oder gar unmöglich machen. Die Täter sind Mitgliedern der ehemaligen al-Nusra-Front - inzwischen aufgegangen in einem übergreifenden Verbund mir irakischen Radikalen, gesamt als "Islamischer Staat Irak und Levante" bezeichnet - zuzuschreiben.

Für die Freie syrische Armee ist die Entwicklung doppelt unangenehm. Zum einen könnte ein bisher Verbündeter, oder zumindest Feind des Feindes, zum eigenen Gegner werden, zum anderen werden westliche Staaten mit angekündigten Waffenlieferung zögerlich sein, da berechtigte Bedenken bestehen, dass das Rüstungsmaterial in unerwünschte Hände gelangt.

Während die gemäßigte Opposition militärisch stark unter Druck steht, gewinnen die radikalen Kräfte immer mehr an Einfluss, was einem Zustrom ausländischer Dschihadisten und vor allem großzügigen monetären Zuwendungen aus der Golfregion - insbesondere Saudi-Arabien - zuzuschreiben ist.

Berichte über Todesurteile wegen Blasphemie sowie Vertreibung und Ermordung von Andersgläubigen (v.a. Christen und Schiiten) im Herrschaftsbereich des Islamischen Staates Irak und Levante sind inzwischen häufiger zu lesen und lassen erahnen was bei einem Sieg dieser Gruppierung passieren würde. In diesem Zusammenhang gibt auch das vorhandene Chemiewaffenarsenal Assads zu denken.

Die westliche Staatengemeinschaft steht ingesamt vor einem Dilemma. Zu Waffenlieferungen an die Opposition besteht weiterhin Uneinigkeit, selbst befürwortende Länder sind durch das Erstarken der islamistischen Kräfte deutlich zurückhaltender geworden. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass die Unterstützer der radikalen Kräfte nicht annähernd so zurückhaltend sind, während Russland zusammen mit dem Iran das tendenzielle säkulare Assad-Regime versorgen. Die einzige Bürgerkriegspartei ohne große Unterstützung ist also die von Westen hofierte Freie syrische Armee, die zwischen Assads Truppen und radikalen Islamisten zu zerbrechen droht.

Quellen:

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