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Zukunft der europäischen Stahlindustrie

20. Juli 2013 - Wirtschaft

Stahl wird in vielen industriellen Erzeugnissen verwendet - von Waffen über Bauwerke und Autos bis hin zu Kleinteilen - und ist aus der heutigen Welt kaum wegzudenken. Dennoch kämpft die Stahlindustrie weltweit mit rückläufiger Nachfrage, in Europa liegt diese beispielsweise auf unter 27% des Vorkrisenniveaus.

Die europäischen Stahlproduktion trägt immerhin zu 11% der globalen Stahlproduktion bei und erreicht damit Platz zwei. Die Führende Nation China stellt inzwischen 50% des weltweit verfügbaren Stahls her. Aber auch andere Länder versuchen ihre Produktionskapazitäten deutlich zu erhöhen oder haben dies bereits getan, so u.a. Russland oder die Türkei.

Insgesamt resultieren daraus Überkapazitäten von ca. 535 Millionen Tonnen, wobei hier über ein Drittel auf China entfallen. Wachstumsprognosen gehen davon aus, dass die überschüssigen Kapazitäten bei einer theoretisch angenommenen Stagnation der selbigen innerhalb von fünf bis sieben Jahren ausgelastet sein werden. Zahlen der OECD nach, wird bis 2025 sogar eine Nachfrage von 2,3 Milliarden Tonnen Stahl vorhergesagt.

Es liegt also neben dem Erhalt der gut 360 000 Arbeitsplätze auch im mittelfristigen strategischen Interesse Europas, seine Stahlindustrie über die Krise zu retten und von der zu erwartenden Nachfragesteigerung zu profitieren sowie überhaupt die eigene Nachfrage decken zu können.

Neben den geschilderten Schwierigkeiten kommen teilweise  - und anders als beispielsweise bei den Solarpaneelen bisher ungeahndete - unfaire Marktpraktiken sowie tendenziell steigende Energiekosten.

Insgesamt wird nur ein gesamteuropäisches Vorgehen nachhaltige und im globalen Umfeld wirksame Lösungen entwickeln können. Gerade die Energieintensitivität der Stahlindustrie macht aber auch die Bedeutung einer langfristig  funktionierenden Energieversorgung sowie Projekten wie ITER deutlich.

Quellen:

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