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Neue Unruhen in Tunesien

26. Juli 2013 - Internationales

In Tunesien begann zum Jahreswechsel 2010/2011 der inzwischen mehrere Länder umfassende sogenannte arabische Führung. Der Tod eines an durch Selbstverbrennung zugefügten Verletzungen erlegenen Gemüsehändlers brachte den lange aufgestauten Ärger über Unfreiheit und Chancenlosigkeit für das normale Volk bei gleichzeitiger Bereicherung eines korrupten autokratischen Regimes zum Überlaufen.

Der damalige Herrscher Ben Ali verließ das Land nach 10 Tagen des Protestes in Richtung Saudi-Arabien - sein Ursprungsziel Frankreich verweigerte ihm Einreise - und entzog sich dadurch einem Gerichtsprozess. Anders als dem Nachbarland Libyen blieb Tunesien von einem eskalierenden Bürgerkrieg verschont. Im Oktober 2011 fanden die ersten freien Wahlen statt, bei denen sich - vergleichbar mit Ägypten - die religiös geprägte Partei Ennahda durchsetzen konnte und zusammen mit Koalitionspartnern die Regierung stellt.

Doch zur Ruhe kommt das Land bisher nicht. Die eher säkular ausgerichtete Opposition musste nach der Ermordung von Chokri Belaid Anfang des Jahres vorgestern den gewaltsamen Tod eines weiteren bekannten Poltikers - Mohamed Brahmis - verkraften. Die Gewerkschaften des Landes haben als Reaktion zu einem Generalstreik aufgerufen. Wie schon nach dem Tod Belaids werden massive und ggf. auch gewalttätige Proteste erwartet.

Der Innenmister Tunesiens Ben Jeddou machte militante Islamisten für die Morde - es scheint auch Indizien zu geben, die auf den oder die gleichen Täter hindeuten - verantwortlich, während Stimmen der Opposition zu hören sind, die auch die regierende En-Nahda mit involviert sehen. Es bleibt abzuwarten, ob die ehedem angespannte Lage weiter eskalieren wird.

Quellen:

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