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Doping und Gesellschaft

03. August 2013 - Gesellschaft

Wer sich mit den Leistungsergebnissen im Spitzensport befasst, wird sich über die aktuell bekannt gewordenen Dopingfälle nur eingeschränkt wundern. Jahrzehnte mit ständig neuen Welt- und Leistungsrekorden lassen sich irgendwann immer schwerer monokausal auf bessere Trainingsmethoden, Ernährung und allgemeine Sportforschung zurückführen.

Nach einer Studie der Humboldt-Universität soll es auch in Deutschland über Jahre systematisches und staatlich gefördertes Doping gegeben haben. Aus der Sicht des Sports mag das Verhalten durchaus verständlich sein. Ohne neue Spitzenleistungen wäre es um die eine oder andere Sportart schlecht bestellt. Und wer vom Sport leben will, muss der Sponsoren willen natürlich vorne mit dabei sein.

Die sportzentrierte Sichtweise ist aber nur eine Seite der Medaille. Die Auswirkungen auf die Gesellschaft sollten nicht unterschätzt werden. Auch wenn es selten thematisiert wird, Dopingsubstanzen können langfristige Folgeschäden - der frühe Tod mancher ehemaliger Spitzensportler gibt zu denken - verursachen, deren Behandlungskosten in der Regel wieder durch die Gesellschaft finanziert werden müssen.

Viel massiver jedoch wirkt die Vorbildfunktion des Sportes. Wenn es trotz des Verbotes normal ist, nur mit Hilfe von Doping an die Spitze zu kommen, dann überträgt sich das früher oder später auf die Gesellschaft.

Den Anfang macht der Amateursport, wo Doping auf Grund nicht vorhandener oder geringerer Kontrollen einfach ist. Und im Gegensatz zum Spitzensport fehlt oft noch die ärztliche Betreuung, was die Sache noch heikler macht. Doch leider bleibt es nicht beim Sport. Spätestens wenn Schüler wie selbstverständlich zu verschiedenen Pillen greifen - z.B. der Beruhigungspille vor der Prüfung und aufmerksamkeitsfördernden Mitteln zum Lernen - und sich das eher satirische Bild des koksenden und medikamentenabhängigen Topmanagers auf die breite Masse überträgt, sollten ein Nachdenken stattfinden.

Das Problem im Sport zu lösen wird keine einfache Aufgabe sein. Eine generelle Freigabe von Dopingmitteln wäre aber definitiv ein falsches Signal.

Quellen:

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