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Extreme Unterschiede bei Handytarifen in der EU

06. August 2013 - Wirtschaft

Im Vergleich zu anderen Gebrauchsgütern oder Lebensmitteln, sind die Preisunterschiede von Handytarifen innerhalb der europäischen Union teils drastisch. Stolze 774% trennen Litauen mit den günstigsten und die Niederlande mit den teuersten Tarifen. In Minutenpreisen ausgedrückt liegen die Tarife zwischen 1,9 und 14,7 Cent. Deutschland liegt im Mittel bei 8,8 Cent und damit leicht unterhalb des EU-Durchschnitts.

Der Preisunterschied zeigt, dass der EU Binnenmarkt zumindest in diesem Bereich noch nicht richtig funktioniert, denn allein durch unterschiedliche Lohn- und Leistungsniveaus lassen sich diese Differenzen nicht erklären. Im
Bereich Lebensmittel zeichnet sich ein deutlich homogeneres Bild ab, Milch weist lediglich eine Preisspanne von 0,69 bis 0,99 € pro Liter auf, was einem Unterschied von ca. 43% entspricht. Bei anderen Produkten, insbesondere teuren Elektrogeräten, liegen teils noch geringere Spannen vor.

Natürlich lassen sich Lebensmittel, Elektrogeräte und Handytarife nur eingeschränkt vergleichen. Lebensmittel unterliegen einem hohen und regelmäßigen Verbrauch, so dass es sich für Händler lohnt auch kleine Preisunterschiede auszunutzen und beispielsweise in Land A einzukaufen und Land B zu verkaufen. Vor allem bei Elektrogeräten die selten angeschafft werden, sind viele Verbraucher bereit intensivere Preisvergleiche anzustellen und im Zweifelsfall auch im Ausland zu kaufen. Die bekannten Internethandelsplattformen machen es einfach. Beides harmonisiert die Preise zu Gunsten der Verbraucher.

Und bei den Handytarifen? Hier ist man - zumindest meines Wissens - an die nationalen Anbieter sowie entsprechende Vertragslaufzeiten gebunden. Dazu kommen noch Umstände bei der Rufnummernmitnahme. Beides nagt an den propagierten Marktmechanismen. Dennoch könnte eine größere Wechselfreude der Verbraucher die Anbieter zu günstigeren Preisen und/oder besserem Service verhelfen. Aber die beim Tanken so verbreitete Cent-Fuchserei ist beim Telefonieren noch nicht angekommen.

Quellen:

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