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Ein Kurdenstaat in Syrien?

31. August 2013 - Internationales

Die aktuellen Krisenherde im nahen Osten eröffnen den auf mehrere Länder verteilten Kurden unter Umständen neue Perspektiven. Bekannt ist das Schicksaal dieses Volkes vor allem durch das jahrelange Ringen der Türkei mit der kurdischen PKK, welche einen unabhängigen Kurdenstaat auf türkischem Staatsgebiet anstrebt.

Der Jahrzehnte andauernde Kampf forderte tausende Tote und ist bis heute nicht 100%tig  beigelegt, auch wenn es seit 2012 ernsthafte Friedensverhandlungen gibt. Das Entstehen relativ autonomer Kurdengebiete im Irak nach dem Sturz Saddam Husseins, könnte den Friedensprozess in der Türkei begünstigt haben, da es der PKK erlaubte sich in diese Gebiete zurückzuziehen.

Im Irak selber wurden die Kurden teils brutal unterdrückt. Ein während des ersten Irakkrieges unter Beteiligung von US-amerikanischen Geheimdiensten begonnener Aufstand kurdischer Kämpfer, wurde von den Truppen Saddam Husseins unter Einbeziehung der Zivilbevölkerung gnadenlos niedergeschlagen. Im zweiten Irakkrieg zogen die Kurden erneut auf Seiten der US-Armee in den Krieg und konnten sich seitdem eine umfangreiche Autonomie in Norden Iraks sichern.

In Syrien hatten die Kurden - wie auch andere nicht-Alawiten - nur eingeschränkte Teilhabe am öffentlichen Leben. Im syrischen Bürgerkrieg scheinen sich die Kurden keiner Seite angeschlossen zu haben, sondern folgen letztendlich eigenen Interessen. Nach Übergriffen dschihadistischer und im Gegensatz zu den ebenfalls dem sunnitischen Glauben angehörenden Kurden mehrheitlich arabisch stämmiger Gruppen auf Kurden, wurden die Angreifer mit Gewalt vertrieben und ein entsprechender Machtbereich etabliert.

In der die Bildung eigener Polizeieinheiten oder der Verwendung der bisher verbotenen kurdischen Sprache sind deutliche Zeichen einer nachhaltigen Autonomiebestrebung erkennbar.

Im Iran gibt es ebenfalls eine nennenswerte kurdische Minderheit. Auch von dort liest man von gelegentlichen Demonstrationen und Unruhen, jedoch in einem bei weitem geringeren Ausmaß wie in den anderen genannten Staaten.

Sollte das Assad-Regime in Syrien gestürzt werden, ist es wahrscheinlich, dass sich ein weiteres autonomes kurdisches Gebiet herausbildet. Auch wenn sich die verschiedenen kurdischen Parteien und Organisation z.T. sogar mit Gewalt bekämpfen, wäre es durch aus nicht unwahrscheinlich, dass sich früher oder später ein gemeinsamer Staat - auf Kosten  
syrischen und irakischen Gebiete - herausbildet.

Wie sich die Türkei bei einer solchen Entwicklung verhalten wird, bleibt offen. Ein unabhängiger Kurdenstaat könnte separatistische Tendenzen der eigenen kurdischen Bevölkerung aufleben lassen und die zaghaften Friedensbemühungen zu Nichte machen.

Quellen:

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