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Dauerbürgerkrieg im Kongo

25. September 2013 - Internationales

Während das Thema Syrien weiterhin öffentliches Interesse erfährt, ist ein anderer langjähriger Konflikt fast schon in Vergessenheit geraten: der Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo, welcher den Osten des Landes seit gut 15 Jahren heimsucht und das Land nicht zur Ruhe kommen lässt.

Die Geschichte des Kongo ist seit jeher mit einer bedauernswerten Tragik verbunden. Auf die - je nach Quelle als äußerst brutal beschriebene - belgische Kolonialherrschaft, folgte eine Phase der Hoffnung unter dem ersten frei gewählten Präsidenten Patrice Émery Lumumba, welcher sich stark für die Interessen seines Landes machte und sich damit die Feindschaft vieler ausländische Konzerne zuzog, die um ihre Interessen bei der Ausbeutung der reichen Rohstoffvorkommen fürchteten. Nicht mal ein Jahr nach seiner Wahl, wurde Lumumba durch einen von Belgien und den USA unterstützten Militärputsch entmachtet und 1961 brutal ermordet. Der schon am Staatsstreich beteiligte Joseph-Désiré Mobutu riss 1965 endgültig die Macht an sich und etablierte eine stolze 32 Jahre währende Diktatur. Diese wurde nach gut zweijährigen Kämpfen 1997 vom ehemaligen Lumumbanhänger Laurent-Désiré Kabila gestürzt, worauf sich weitere Rebellengruppen an die Macht drängten und das Land bis 2001 in einen erneuten Bürgerkrieg stürzten.

Auch Friedensverträge und Wahlen (2006) konnten dem Land keine Ruhe geben. Im seit Jahren durch ethnische Konflikte unruhigen Osten des Landes eskalierte die Gewalt seit 2007 massiv, so dass dort durchaus von einem weiteren Bürgerkrieg gesprochen werden kann. Teilweise liest man auch vom ersten, zweiten und dritten Kongokrieg.

Die direkte oder indirekte Beteiligung anderer (afrikanischer) Staaten, insbesondere Uganda und Ruanda, führt zu Spannungen über die Landesgrenzen hinaus. Dazu kommt, dass es zahlreiche eigenständige kleine und mittelgroße Gruppierungen gibt, welche ohne zentrale Führung agieren und plündernd, vergewaltigend und mordend durch die Landstriche ziehen.

Ein Ende der unruhigen Situation ist nicht zu erwarten. Die Vereinten Nationen bemühen sich eine Verhandlungslösung zu erzielen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, damit wirklich alle Rebellenorganisationen dauerhaft zu befrieden. Auch die militärische UN-Operation "MONUC" - mit immerhin über 15.000 Soldaten, mehrheitlich aus nicht-westlichen Ländern - konnte den Konflikt nicht beenden. Insgesamt wird von 2,6 Millionen vertriebenen sowie 6,4 Million auf Hilfe angewiesenen Menschen ausgegangen. Platz 186 im Human Development Index 2012 spricht ebenfalls Bände.

Auch viele andere Post-koloniale Staaten Afrikas hatten einen schweren Weg zu bewältigen, doch kaum ein Land musste derart ausdauernde Bürgerkriegszustände ertragen. Der Rohstoffreichtum und damit das Interesse ausländischer Mächte mögen - neben weiteren Faktoren - auch ein Grund für das Anhalten der Kämpfe im Kongo sein.

Quellen:

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