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US-Haushaltskrise und die Weltwirtschaft

01. Oktober 2013 - Wirtschaft

Die mit Abstand immer noch größte Volkswirtschaft der Welt ist erstmals seit 17 Jahren wieder in eine schwere Haushaltskrise und damit in den Zustand des "Government Shutdown" geraten. Für gut 800.000 staatlich Bedienstete bedeutet dies unbezahlten Urlaub, für die Bürger eine deutlich eingeschränkte Verfügbarkeit behördlicher Dienstleistungen. Einzig öffentlich beschäftigte Personen in sicherheitsrelevanten Bereichen - Polizei, Militär, etc. - sind davon ausgenommen.

Wie lange dieser Zustand anhält, ist nicht absehbar. Der letzte Government Shutdown unter Bill Clinton dauerte immerhin 28 Tage. Der aktuelle Haushaltsstreit entbrannte an Obamas Gesundheitsreform. Die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus machte ihre Zustimmung zu einem Übergangshaushalt von einer Verschiebung der für die USA durchaus beachtlichen Entwicklung hin zu einer allgemeinen Gesundheitsversorgung abhängig. Doch was hinzulande als selbstverständlich gesehen wird, erfährt in den USA deutlichen Gegenwind. Selbst die Nachteile des jetzt aktiv gewordenen Haushaltsnotstandes werden von Seiten der Republikaner in Kauf genommen, um die in ihren Augen sozialistsch anmutende Gesundheitsreform zu stoppen oder zumindest zu verzögern.

Welche Auswirkungen dieses vornehmlich innenpolitische Ringen der USA auf die Weltwirtschaft haben wird, hängt in erster Linie von der Dauer des Haushaltsnotstandes ab. Der Binnenkonsum ist für die USA ein entscheidender Wirtschaftfaktor. Ein andauernder Wegfall von 800.000 Konsumenten - die Zahl liegt noch deutlich höher, da hier ja lediglich die staatlich Beschäftigten, nicht jedoch deren Angehörigen, erfasst sind - wird sich früher oder später am Markt bemerkbar machen. Schwächelt der US-Binnenmarkt, so trifft es leicht nachgelagert auch mit den USA wirtschaftliche verflochtene Exportnationen.

Bisher reagieren die Börsenkurse noch positiv. Dass dies mit dem Fakt zusammenhängt, dass auch die US-Börsenaufsicht SEC vom Government Shutdown betroffen ist, ist natürlich Spekulation. Sollte keine schnelle Lösung des Haushaltsstreites gefunden werden, könnten sich die dezenten Zeichen einer weltweiten wirtschaftlichen Erholung schnell ins Gegenteil verkehren.

Quellen:

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