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PIAAC - PISA für Erwachsene

08. Oktober 2013 - Wissenschaft

2012 nahm Deutschland das erste mal am OECD-Forschungsprojekt "Programme for the International Assessment of Adult Competencies" - kurz PIAAC - teil. Die ersten Ergebnisse der Auswertung liegen jetzt vor.

Ziel der Studie war es, die Ausprägung grundlegender Kompetenzen bei 16 und 65 Jährigen zu bestimmen und damit auch die Eignung für den Arbeitsmarkt abzuleiten. PIAAC wertet dabei das Vorhandensein definierter Kompetenzen ab, lässt jedoch keine Schlüsse  zu, in welchem Umfeld und welcher Art und Weise diese in Idealfall vermittelt werden können.

Insgesamt wurden 166.000 Menschen aus 24 Ländern jeweils 90 Minuten in den Bereichen Lesekompetenz, alltagsmathematische Kompetenz sowie technologiebasiertes Problemlösen befragt.

In der Lesekompetenz liegen die Teilnehmer aus dem vornehmlichen Land der Dichter und Denker mit 270 Punkten leicht unter dem OECD-Durchschnitt (273 Punkte). Italien erzielt mit 250 Punkten die niedrigste Wertung, während Japan mit 296 Punkten den ersten Platz erreicht. Besonders gravierend zeigt sich die mangelnde Lesekompetenz im unteren Leistungsspektrum. Mit anderen Worten: wer in Deutschland eine geringe Lesekompetenz aufweist, liegt noch deutlicher unter dem OECD-Durchschnitt. Ein im Vergleich eher hoher Wert von knapp 18% der Teilnehmer, die nicht über die niedrigste Stufe der Lesekompetenz hinauskommen, gibt auch zu denken.

Im Bereich der alltagsmathematischen Kompetenz liegt Deutschland mit 272 Punkten über dem OECD-Durchschnitt von 269. Die höchsten Werte erreicht Japan mit 288 Punkten, die niedrigsten Spanien mit 246 Punkten.

Der optionale Bereich des technologiebasierten Problemlösens konnte nur computerbasiert durchgeführt werden - Menschen ohne Computerkenntnisse waren in diesem Feld außen vor - und wurde auch nicht in allen Ländern erhoben. Deutschland nahm dieses Topik mit in die Befragung auf. Auf die Bevölkerung (16-65 Jahre) gerechnet verfügen rund 5% über geringe, 29% über mittlere und 7% über hohe technologiebasierte Problemlösungskompetenz, d.h. dass gerade 41% der Befragten überhaupt Fähigkeiten im Bereich Computer und Internet verfügen.

Auffällig für Deutschland ist, dass die Ausprägung der Lesekompetenz sehr stark vom Bildungsstand der Eltern abhängt. Unter den beteiligten Ländern ist diese Abhängigkeit nur in den USA noch stärker zu erkennen.

Vor allem die Vorstellung, dass fast 18 Prozent der Befragten nicht über Lesefähigkeit von 10 Jährigen hinauskommen und sich im tägliche Leben mit Anleitungen, Verträgen, Themenberichten, Wahlprogrammen und anderem relevanten Lesestoff auseinandersetzten müssen, gibt Anlass zur Sorge.

Auch die voranschreitende Digitalisierung wird dieser Personengruppe kaum weiterhelfen. Denn um die Vorteile von Computer und Internet nutzen zu können, ist zumindest eine grundlegende Lesefähigkeit notwendig. 

Quellen:

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