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Klimawandel schreitet voran - 5. Bericht des IPCC

11. Oktober 2013 - Umwelt, Wirtschaft

Der fünfte Sachstandsbericht (Fifth Assessment Report, AR5) des in der Schweiz ansässigen Weltklimarats (IPCC) hat seine Veröffentlichungsphase begonnen. Aktuell liegt der Beitrag der Arbeitsgruppe 1 über die wissenschaftlichen Grundlagen vor. Drei zusätzliche Publikationen anderer Arbeitsgruppen werden bis Oktober 2014 folgen.

Der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change) wurde bereits 1988 von der UN Abteilung UNEP (Umweltprogramm der UN) sowie der Weltorganisation für Meteorologie in Leben gerufen. Ziel ist es, Entscheidungsträger mit zusammenfassenden Berichten über den Stand der Forschung zum Klimawandel zu versorgen. Auf Grund politischer Einflussnahme, eines Fehlers bei der Berechnung der angenommenen Geschwindigkeit der Gletscherschmelze im Himalaya in einer frühere Publikation und dem Thema an sich, ist der Weltklimarat immer wieder Kritik ausgesetzt. Dennoch kann von einer hohen Glaubwürdigkeit ausgegangen werden.

Die Kernaussagen zur vorherigen Bericht AR4 aus dem Jahr 2007 haben sich nicht wesentlich geändert. Allerdings werden die Klimamodelle immer detaillierter und die Erkenntnis über das Wirken der zahlreichen Einflussfaktoren nimmt mehr und mehr zu, was insgesamt die Prognosen sowohl genauer als deren Eintreffen auch wahrscheinlicher macht.

Die Verantwortung des Menschen an der Erderwärmung gilt nach den neusten Erkenntnissen als extrem wahrscheinlich. Die Freisetzung von Treibhausgasen, vor allem CO2, gilt als Hauptproblemfaktor. Das oft genannte Ziel, die globale Erwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, wird dem Bericht nach nur mit einer sehr ehrgeizigen Klimapolitik erreichbar sein. In jedem Fall wird von einem weiteren Temperaturanstieg ausgegangen.

Die genannten Folgen sind vielfältig, können sich aber natürlich regional und saisonal unterscheiden. Generell kann von einer Zunahme von Wetterextremen ausgegangen werden, hierbei sind sowohl längere Hitzeperioden, Starkregen und Überschwemmungen sowie Unwetter und Stürme zu nennen. Die Niederschlagsmengen werden sich je nach Region
unterschiedlich verhalten. Verallgemeinert werden trockene Gebiete mit noch weniger Regen, feuchte Gebiete mit mehr Regen rechnen müssen.

Gletscher, Ein- und Schneeflächen werden je nach Prognoseszenario mehr oder weniger Abnehmen und dadurch den Meeresspiegel bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zwischen 26 und 82 cm steigen lassen, was für so manches Inselparadies selbst unter Annahme einer moderaten Entwicklung das Ende bedeuten wird.

Abgesehen vom Anstieg, ist das Meer weiteren Einflüssen unterworfen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Meerestemperatur weiter erhöhen wird, diese Veränderung auch tiefere Ozeanschichten beeinflussen und sich unter Umständen auf die Ozeanzirkulation auswirken kann. Im Extremfall könnte dies ein Aus des Golfstromes und damit eine deutliche Herabsenkung der Temperatur in Europa bedeuten.

Das Meer nimmt darüber hinaus einen Teil des emittierten CO2s auf und versauert mehr und mehr. Dies beeinträchtigt das Wachstum und die Entwicklung vieler Meereslebewesen und könnte sich auf die damit verbundenen Nahrungsketten auswirken.

Ob der Klimawandel zumindest in beherrschbare Bahnen gelenkt werden kann, hängt davon ab, inwiefern kurzfristig Vorteile gegenüber langfristigen Kosten aufgewogen werden. Zahlen auf der EU Strategiepapier zum Klimawandel machen die erwarteten monetären Folgen deutlich.

Quellen:

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