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USA auf Isolationskurs?

30. Oktober 2013 - Internationales

Die USA verfolgen außenpolitisch einen nicht ganz einfach nachvollziehbaren Kurs und verspielen vermehrt auch bei vornehmlich Verbündeten das Vertrauen. Noch können die USA auf die größte Volkswirtschaft der Welt sowie eine mächtige Armee bauen und sich entsprechend einen wenig zimperlichen Umgang mit anderen Staaten leisten. Mittelfristig wächst die Gefahr einer regelrechten politischen Isolation.

Was Europa vom Verständnis eines Verbündeten der USA zu halten hat, macht die noch lange nicht vollständige aufgearbeitete NSA-Affäre deutlich. Selbst im bisher äußerst zurückhaltend agierenden Deutschland scheint nach den Vorwürfen, die Mobilfunkverbindungen der Bundeskanzlerin seien von US-Geheimdiensten abgehört worden, das Maß voll zu sein. Ob mehr als diplomatisches Säbelrasseln folgen wird, bleibt offen, dennoch scheint man in Regierungskreisen doch deutlich düpiert zu sein.

Vergleichbare Vorfälle gab es auch mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff sowie dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderon, was den ehedem nicht einfachen Stand der USA in dieser Region weiter untergraben hat.

Die staatliche IT-Sicherheitsbehörde der Schweiz warnt in einem Bericht gar vor den Gefahren, die sich aus der Vormachtstellung der USA bzw. von US-Unternehmen am IT-Markt ergeben und schlägt die Entwicklung eigener IT-Lösungen vor. Auch in anderen verbündeten Ländern wird die NSA-Affäre - wenn auch oftmals nicht deutlich ausgesprochen - ihre Spuren hinterlassen.

Im asiatischen Raum hat die durch den Government Shutdown begründete Absage Obamas einer Asienreise samt der Konferenz der APEC (Asiatisch-pazifische wirtschaftliche Zusammenarbeit) Bedenken über die Zuverlässigkeit der USA als Gegengewicht zu China hervorgerufen. Immerhin hatten dort vor allem kleinere Staaten gehofft, deutliche
Unterstützung Ihrer Interessen gegenüber China zu erfahren.

Die schon seit Jahrzehnten schwierige Position im nahen Osten, wurde in neuerer Zeit u.a. durch die Auswüchse des durch den Krieg verursachten Chaos im Irak, die inkonsequente Reaktion beim Sturz der demokratisch gewählten Regierung in Ägypten sowie der kompromisslosen Haltung gegenüber dem Iran zunehmend verschlechtert.

Es ließen sich problemlos weitere Beispiele finden. Wie anfangs geschrieben, können die USA aus einer Position der Macht agieren und auf kurzfristig hinderliche Rücksichtnahmen verzichten. Dennoch könnten sich mittel- und langfristig neue, us-unabhängige Allianzen bilden - beispielsweise durch eine enge Kooperation der EU mit Russland oder einem Verbund südamerikanischer Staaten - und die USA ohne freiwillige Verbündete dastehen lassen.

Quellen:

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