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Chaos in Libyen

01. November 2013 - Internationales

Vor gut zwei Jahren wurde die Diktatur Muammar Gaddafis in Libyen durch den Sieg oppositioneller Gruppen sowie dem Tod des Gewaltherrschers beendet. Vorangegangen waren massive Bombardements westlicher Einheiten auf loyale Regierungstruppen. Ohne diese Unterstützung hätten die Chancen der Aufständischen schlecht gestanden.

Während Gaddafi lange als brutaler und unliebsamer Machthaber galt, wandelte sich die Haltung des Westens ihm gegenüber immer mehr und aus dem einstigen Terroristenunterstützer wurde ein Partner im wirtschaftlichen Sinne sowie aus EU-Sicht vor allem ein zuverlässiger Helfer bei der Regulierung von Flüchtlingsströmen. Dass hierbei durchaus die Mittel und Methoden eines diktatorischen Staates angewendet wurden, wurde wohlwollend übersehen.

Als der arabische Frühling auch Libyen erfasste, wurde aus dem Partner Gaddafi wieder der alte Bösewicht, den es mit allen Mitteln loszuwerden galt. Das erstaunlich konsequente und schnelle Eingreifen westlicher Militärs auf Seiten der Aufständischen kann durchaus verwundern.

Sicherlich braucht man den Tod Gaddafis nicht zu bedauern. Allerdings wurden - wie auch in anderen  Ländern - die gehegten Hoffnungen auf stabile und am Ende sogar demokratische Zustände bisher bitter enttäuscht. Die immerhin vorhandene Zentralregierung sieht sich kaum zu vereinbarenden Interessen unterschiedlicher Milizen, Stammesherrschern oder terroristischen Verbänden ausgesetzt und hat landesweit äußerst wenig Handlungsspielraum. Die kurzeitige Entführung des Premierministers Ali Zeidan stellt nur den Gipfel einer gewalttätigen Entwicklung dar. Von Saudi-Arabien großzügig unterstütze islamistische Gruppen können sich auch immer größeren  Einfluss sichern.

Das eigentlich mit reichen Ölvorräten gesegnete und unter der Herrschaft Gaddafis für Nordafrika sehr säkular aufgestellte Land droht in Armut und anarchischen Zuständen zu versinken. Ob Libyen als einheitlicher Staat erhalten bleibt, wird sich noch zeigen. Aus Sicht der südlichen EU-Staaten mag die Möglichkeit der Entstehung eines gescheiterten Staates jenseits des Mittelmeeres für wenig Freude sorgen.

Quellen:

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