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Zentralafrika im Visier der LRA

23. November 2013 - Internationales

Seit über 25 Jahren trägt die als eine der brutalsten Rebellenorganisationen bezeichnete Lord's Resistance Army (LRA) zur Instabilität Zentralafrikas bei. Die Mitte 1980 aus den Resten einer christlich- spirituellen Gruppierung in Uganda entstandene LRA wird noch heute von deren Gründer Joseph Kony angeführt. Dieser wird von seinen Kämpfer als eine Art Prophet betrachtet  und kämpft angeblich für die Errichtung eines christlich-fundamentalistischen Staates.

Das Vorgehen der LRA hat dabei reichlich wenig mit christlichen Werten zu tun, vielmehr werden der Organisation schwerste Menschenrechtsverletzungen, Massaker, Folterungen und Kinderentführungen vorgeworfen. Zur Rekrutierung werden gezielt Dörfer überfallen und Kinder je nach Geschlecht als Soldaten oder Sexsklaven verschleppt. Das lange Überleben der auf nicht mal 500 Kämpfer geschätzten LRA ist zu nicht unerheblichen Teilen der über Jahrzehnten unruhigen Gesamtsituation Zentralafrikas geschuldet.

Das Entstehungsland der LRA hat selber eine äußerst gewalttätige Geschichte hinter sich. Vor allem die Diktatur (1971 bis 1979) Idi Amins (er starb 2003 in saudi-arabischen Exil) prägte das Land. Nach dessen Sturz kam erneut Gewaltherrscher an die Macht, welcher schließlich 1986 vom den Truppen des jetzigen Präsidenten Yoweri Musevenis vertrieben wurde. Die seitdem angestrebten demokratischen Reformen zeigten Wirkung und festigten die Staatsmacht. Dennoch dauerte es bis 2002, bis die ugandischen Streitkräfte die LRA weitestgehend vertreiben konnten. Es kommt aber dennoch immer wieder zu Übergriffen der LRA auf ugandischem Gebiet.

Die LRA wich mit zunehmendem Druck in Uganda auf die Nachbarstaaten aus, vor allen in den bürgerkriegsgeplagten Kongo sowie das damals ebenfalls umkämpfte Südsudan, inzwischen auch in die zentralafrikanische Republik.

US-Militärberater unterstützen seit 2011 die ugandische Armee bei der Jagt auf Kony und die LRA. Ob entdeckte Ölvorkommen in Uganda damit in Zusammenhang stehen, ist Spekulation. Auch die afrikanische Union versucht den Wirkungskreis der LRA mit militärischen Mittel zu verkleinern, hat jedoch nur sehr eingeschränkte Mittel. Solange die LRA in den weitläufigen Gebieten selber von Bürgerkrieg oder dessen Nachwirkungen betroffenen Staaten Zuflucht finden kann, wird es ohne massive logistische, finanzielle und militärische Hilfe schwer werden dieses Übel vollständig auszuschalten.

Quellen:

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