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Der Drache zeigt seine Krallen

30. November 2013 - Internationales

Am Wochenende 23/24.11 veröffentlichte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua Karten einer neu geschaffenen Luftraumüberwachungszone (Air Defense Identification Zone (kurz: ADIZ)) im Ostchinesischen Meer. Diese überschneidet sich deutlich mit der faktisch von Japan kontrollierten - aber ebenfalls von China beanspruchten - Region um die unbewohnten Senkaku-Inseln.

Am Donnerstag (28.11.) flogen japanische, südkoreanische sowie US-Kampfjets gezielt in dieses Gebiet, um damit ein Signal der Nichtanerkennung zu setzen. Brisant ist auch, dass die neue Luftraumüberwachungszone Chinas den kompletten Norden des als abtrünnige Provinz betrachteten Taiwans umfasst.

Bei einer Luftraumüberwachungszone handelt es sich um ein den Hoheitsgewässern vorgeschobenes Gebiet, in dem sich Flugzeuge idendifizieren sowie Ihren Standort durchgeben müssen. Ziel ist es, einfliegende Flugzeuge frühzeitig zu identifizieren und so bei einem militärischen Konflikt eine längere Vorwarnzeit zu erzielen.  

Auch im südchinesischem Meer kommt es immer wieder zu Konflikten, da die Anrainerstaaten - u.a. Vietnam, Malaysia, Philippinen -  mit den von China beanspruchten Meereszonen in keinster Weise einverstanden sind und berechtigte Bedenken äußern, von der Weltmacht China an die Wand gedrückt zu werden. In beiden Regionen werden reiche Rohstoffvorkommen vermutet, so dass in Hinblick auf teurer und seltener werdende Rohstoffe ein gewaltiges Konfliktpotenzial vorhanden ist.

Die chinesische Führung wird zum aktuellen Zeitpunkt kaum einen Krieg anfachen wollen. Dennoch scheint man gewillt zu sein, die eigenen Interessen robuster als noch von ein paar Jahren vertreten zu wollen. Das Aufschlagen eines kleinen militärischen Lagers im kaum zugänglichen Grenzgebiet zwischen China und Indien im Mai diesen Jahres passt ebenfalls in dieses Schema. In Dehli sorgte diese Aktion für große Beunruhigung.

Es wäre in jedem Fall nachlässig an die Mär eines durch Kultur und Religion pazifistisch und von rücksichtsvollen Handeln geprägtem China zu glauben. China hatte in den letzten Jahrzehnten beeindruckende wirtschaftliche Erfolge vorweisen können und daher überhaupt kein Interesse mit einem Nachbarstaat oder gar den USA in Konflikt zu geraten. Langsam
aber sicher scheint eine dominantere Politik Schule zu machen, wohl wissend, dass China - zumindest bei gleich bleibender Entwicklung - in ein paar Jahren selbst die USA überflügeln wird.

Quellen:

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