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Wirtschaftliche Effekte von Kriegen

02. Dezember 2013 - Internationales

Auch wenn man als Europäer - außer als Soldat oder Angehöriger von Soldaten - Krieg schlimmstenfalls aus den Medien kennt, waren und sind westliche Staaten immer wieder in militärische Konflikte involviert. Afghanistan, ehemaliges Jugoslawien, Irak, Libyen oder Somalia sind bekannte Beispiele entsprechender Interventionen. Dabei gingen die westlichen Streitkräfte - einzig der Einsatz in Somalia ist diskutabel, aber hier war kein wirklicher Wille für einen robusten Einsatz erkennbar - nie als Verlierer vom Schlachtfeld. Dennoch sind die Erfolge in der Postbetrachtung sehr unterschiedlich zu bewerten.

Interessant sind in jedem Fall die wirtschaftliche Bewertung der Kriegseinsätze sowie die Auswirkungen auf deren Beteiligte. Vom Westen geführte Kriege zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass auch unter Inkaufnahme extrem hoher Kosten versucht wird, Verluste an eigenen Soldaten möglichst zu minimieren. Krieg hat in der Bevölkerung berechtigterweise keinen guten Ruf und jeder tote Soldat mindert die Tolerierung der Einsätze. Um das Ziel zu erreichen, greift man auf indirekte bzw. von den Gegner nicht zu bekämpfende Waffen (z.B. Drohnen, Raketen) sowie Söldner (Landsleute oder Einheimische) zurück. Im Falle des letzten Irakkrieges summierte sich der Kapitalaufwand der USA insgesamt auf geschätzte 2,2 Billionen Dollar.

Die Kosten verteilen sich allerdings sehr unterschiedlich. In den kriegführenden Ländern wirkt sich Krieg im Allgemeinen negativ auf die heimische wirtschaftliche Gesamtentwicklung aus, einzelne Branchen können jedoch deutlich profitieren (Waffenhersteller, Logistiker, Militärdienstleister o.ä.). Nicht-kriegsbeteiligte, verbündete Staaten der dominierenden Militärmacht können sich ebenfalls über positive wirtschaftliche Zahlen freuen. Auf den Punkte gebracht: wenn sich die USA in größerem Umfang militärisch engagieren, kann sich das wie ein kleines Wirtschaftsförderungsprogramm in Europa, Kanada oder Australien auswirken.

Den größten Schaden haben am Ende die Länder, auf deren Boden der Krieg geführt wird. Zerstörte Infrastruktur, eine brach liegende Wirtschaft bis hin zur Entwicklung zu einem gescheiterten Staat sind mögliche durch den Krieg verursache Bürden. Von den eingangs genannten Beispielen haben sich lediglich im ehemaligen Jugoslawien halbwegs stabile Staaten entwickeln können.

Global betrachtet haben Kriegen ebenfalls tendenziell negative wirtschaftliche Effekte. Eine prosperierende und am globalen Handel partizipierende Volkswirtschaft bietet langfristig immer mehr Potenzial, als zerstörte Staaten.

Quellen:

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