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Säuberungen in Nordkorea

13. Dezember 2013 - Internationales

Um Nordkorea ist es in den letzten Monaten vergleichsweise ruhig geworden. Die Lage auf der geteilten koreanischen Halbinsel schien sich wieder in den Zustand kontrollierter Bedrohung zu bewegen. Die Entmachtung sowie die später erfolgte Hinrichtung von Jang Song Thaek letzte Woche werfen ein deutlich anderes Licht auf die Krisenregion. Immerhin war Jang Song Thae der Onkel des jetzigen Herrschers Kim Jong-Un und galt vielen Beobachtern als Nr. 2 im Staate.

Generell lässt sich in der Geschichte - von der Antike bis zu Neuzeit - beobachten, dass sich familiär basierte Diktaturen nur selten über mehrere Generation an der Macht halten können. Jeder Generationenwechsel kann andere Machtgruppierungen auf den Plan rufen, den ggf. noch nicht gefestigten Nachfolger zu stürzen. Im Falle eines offen ausgetragenen Machtkampfes in Nordkorea wäre es für den Süden nur schwer möglich sich gänzlich herauszuhalten, was im schlimmsten Falle in einem Flächenbrand enden könnte (vgl. Interessen der Nachbarländer).

Der Tod von Kim Jong-il - Vater des jetzigen Herrschers Kim Jong-Un - im Dezember 2011 mag daher neben einer gewissen Hoffnung auf Veränderung auch für einige Beunruhigung gesorgt haben. Immerhin kam mit Kim Jong-Un die dritte Generation der Diktatorenfamilie an die Macht. Das Teilweise widersprüchliche außenpolitische Vorgehen Kim Jong-Uns ließ sich durchaus als ein Riskantes Rennen zwischen Kooperation und akuter Kriegsgefahr beschreiben. Dennoch konnte man den Eindruck gewinnen, dass der Machtwechsel an sich ohne erkennbare Reibungen verlaufen war.

Nach der Hinrichtung Jang Song Thaes muss die Frage gestellt werden, wie stabil die Herrschaft Kim Jong-Uns wirklich ist. Es wären auch andere Optionen denkbar gewesen, den 67 Jährigen Onkel aus den politischen Zirkeln zu entfernen. Die Verwerfungen müssen daher deutlich gewesen sein. Jang Song Thae ist dabei nicht das einzige Opfer der Säuberungsaktion, auch mehrerer seiner Vertrauten wurden bereits exekutiert. Es ist davon auszugehen, dass die bekannt gewordenen Fälle nur  die Spitze des Eisberges darstellen.

Über die wahren Hintergründe kann nur spekuliert werden. Von nordkoreanischen Medien sind nur die diktaturüblichen Negativmeldungen über den in Ungnade gefallenen Onkel Kim Jong-Uns zu hören. Ob die Macht Kim Jong-Uns durch die Säuberungen letztendlich gefestigt oder ein Phase der Destabilisierung folgen wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Es bleibt zu hoffen, dass sich durch die Machtverschiebungen insgesamt reformwillige Kräfte durchsetzten können und wieder eine zumindest mittelfristige Stabilisierung der aktuell durch chinesische Aktionen unruhigen Region erreicht werden kann.

Quellen:

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