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Weitere Spannungen zwischen China und Japan

02. Januar 2014 - Internationales

Der Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe am Yasukuni-Schrein vergangene Woche löst Proteste in China und Südkorea aus.

An dieser Gedenkstätte wird der japanischen Gefallenen der Kriege seit 1868 gedacht, am Rande aber auch denen der anderen Nationen. Umstritten ist der Schrein vor allem, da dort auch mehrere verurteilte Kriegsverbrecher verehrt werden.

Die Vergangenheitsbewältigung im ostasiatischen Raum ist in keinster Weise mit der Europas zu vergleichen. Das Aufsuchen des Yasukuni-Schrein durch japanische Politiker führt immer wieder zu scharfen Protesten aus China und Südkorea, welche das japanische Gedenken leicht als Zeichen für Revanchismus sowie steigendem Militarismus begreifen. Die japanische Besatzung vor bzw. während des zweiten Weltkrieges ist in diesen Ländern noch in schmerzlicher Erinnerung geblieben.

Dass jetzt erstmals seit sieben Jahren ein japanischer Regierungschef an den Zeremonien teilnahm, rief selbst US-amerikanische Kritik hervor. Die Gesamtsituation ist auf Grund von territorialen Streitigkeiten zwischen Japan und China um die Senkaku-Inseln aktuell sowieso schon angespannt, so dass sich die Frage stellt, ob Abes Handlung als außenpolitische Ignoranz oder bewusste Provokation zu werten ist.

In Japan wird der chinesische Machtzuwachs schon lange argwöhnisch beobachtet. Dennoch verließ man sich militärisch auf den US-amerikanischen Schutz sowie eine rein defensiv ausgerichtete Armee, den sog. Selbstverteidigungsstreitkräften. Während die japanischen
Militärausgaben in  den letzten 10 Jahren kontinuierlich sanken, wurden sie 2013 um immerhin 0,8% erhöht sowie weitere Steigerungen für die nächsten fünf Jahr geplant. Die in der japantischen Verfassung sehr streng festgelegten Regelungen zu Armee und Militäreinsätzen sollen nach dem Willen Abes weiter gedehnt bzw. aufgehoben werden.

Insgesamt scheint Japan gewillt zu sein, seine Interessen - vor allem gegenüber China - auch robuster durchsetzen zu wollen. Es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung auch US-Strategen entgegenkommt, denen der Aufstieg Chinas schon länger Kopfzerbrechen bereiten wird. Weitere militärische Provokationen oder gar Scharmützel sind früher oder später zu erwarten. Ob diese in größere militärische Handlungen münden, wird von der Besonnenheit der verantwortlichen Personen abhängen. In Zeiten zunehmenden Nationalismus in den beteiligten Staaten keine gute Aussicht.

Quellen:

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