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Der Sudan und das Öl

13. Januar 2014 - Internationales

Die Geschichte des jungen Staates Südsudan reicht gerade mal bis zum 09. Juli 2011. Doch die in langen Jahren des Bürgerkriegs erreichte Freiheit gesteckte Hoffnung der Menschen droht an schweren internen Konflikten zu zerbrechen.

Der historische Ausgangsbasis ist in der Kolonialzeit zu finden, in welcher die britische Kolonialverwaltung die Entstehung des Gesamtstaates unter nordsudanesischer Führung beschloss. Der 1956 unabhängig gewordene Staat hatte von Beginn an immer wieder mit gewaltsamen Unabhängigkeitsbewegungen aus dem Süden zu kämpfen. Im letzten großen Freiheitskampf von 1983 bis 2005 konnten die Rebellen unter Führung der SPLA die Regierung zu Friedensverhandlungen zwingen und schließlich die Abspaltung des Südsudans durchsetzen.

Sowohl die Sezession der Südsudans als auch der jetzt aufgebrochene Bürgerkrieg weisen eine Gemeinsamkeit auf: eine ethnisch-religiös definierte Bevölkerungsgruppe übernimmt weitestgehend Macht, Posten und Zugang zu Ressourcen und lässt andere Bevölkerungsgruppen außen vor. So wurde der alte Sudan von einer arabisch-islamisch geprägten Bevölkerung beherrscht, während sich die im Süden lebende, mehrheitlich christliche bzw. animistische Bevölkerung übervorteilt fühlte. Im jetzigen Südsudan wird wiederum der größten Volksgruppe, der Dinkas, ein zu hoher Einfluss vorgeworfen, während sich kleinere Völker erneut in einer marginalisierten Position wähnen.

Der Nordsudan hat natürlich auch ein Interesse an einem instabilen Süden und sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, die auch im Südsudan wütende Lord´s Resistance Army zu unterstützen. Immerhin ist der Friede zwischen den beiden Staaten alles andere als gefestigt und der Grenzverlauf noch nicht abschließend geklärt.

Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Afrikanische Union bemühen sich, den südsudanesischen Bürgerkrieg zu beenden und das Land wieder zu stabilisieren. Die seit der Unabhängigkeit stationieren UN-Truppen wurden inzwischen aufgestockt, so dass es berechtigte Hoffnungen für eine zumindest temporäre Stabilisierung gibt.

Das Engagement und Interesse der Staatengemeinschaft am Südsudan lässt sich auf zwei Überlegungen zurückführen. Einmal liegt das Land im direkten Umfeld mehrerer Problemzonen (Kongo, Äthiopien und Kenia (beide in den somalischen Wirren involviert), Zentral Afrikanische Republik), so dass ein weiterer Konfliktherd die Region noch mehr destabilisieren würde. Viel entscheidender für die westlichen sowie chinesischen Strategen dürften jedoch die reichen Ölvorkommen sowie deren bereits begonnene Ausbeutung in den noch umstrittenen Grenzgebieten des Nord- und Südsudans sein.

Quellen:

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