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Kurdische Autonomie in Syrien

01. Februar 2014 - Internationales

Während in der Schweiz die Gespräche zwischen Teilen der syrischen Bürgerkriegsparteien laufen und bis her reichlich wenig konkrete Ergebnisse erbracht haben, schafft eine nicht eingeladene Fraktion bereits Fakten: die Kurden.

In der nordöstlich gelegenen Provinz Cizîre erklärten diese just zum Beginn der Friedenskonferenz nicht unerwartet die Autonomie - wohlgemerkt nicht die Unabhängigkeit - vom syrischen Staat. Während in anderen Landesteilen noch an vielen Fronten hart gekämpft wird, versuchen die Kurden wieder eine Art Normalität einkehren zu lassen und die Bevölkerung mit dem notwendigsten Gütern zu versorgen sowie eine Minimum an organisierter Öffentlichkeit zu schaffen.

Die Kurden profitieren klar von der Beschäftigung der Regierungstruppen an anderen Fronten. Generell kämpfen die kurdischen Einheiten auf Seiten der Opposition, haben aber ebenso radikale Islamisten in ihrer Gegnerschaft. Der Türkei werfen kurdische Aktivisten gar vor, gezielt islamistische Kämpfer gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen ins Feld zu schicken, was in Ankara natürlich dementiert wird. Auf Grund der eigenen Kurdenproblematik wird die Türkei die Entwicklung aber sicherlich mit Argusaugen beobachten.

Aktuell scheint die Front zwischen Assads Truppen und kurdischen Kämpfern ruhig zu sein. Das kann mehrere Gründe haben. Eine separatistische kurdische Provinz könnte andere Oppositionsgruppen auf den Plan rufen, insbesondere radikal-islamische Kämpfer. Der Türkei gegenüber kann Assad damit zeigen, was diese erwarten könnte, wenn er endgültig stürzen sollte: neben dem Nord-Irak ein weiterer potenzieller Kurdenstaat an der südost
Flanke.

Am Ende geht es auch im ein Ölfeld, welches sich in dem von den Kurden beanspruchten Gebieten befindet. Ob sich die Kurden auf Dauer halten können, wird vom Ausgang der Friedensgespräche bzw. des Bürgerkriegs an sich, den eher gespannte Beziehungen zu den irakischen Kurden sowie dem Handeln der Türkei abhängen. Vielleicht entsteht mittelfristig ein mit reichen Ölvorkommen gesegneter und flächenmässig durchaus großer Kurdenstaat in ehemalig syrischem bzw. irakischem Territorium, welcher dann auch auf die Kurden der Türkei eine kaum zu bändigende Anziehungskraft hätte.

Quellen:

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