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Kalter Krieg reloaded?

26. Februar 2014 - Internationales

Die Ereignisse in der Ukraine haben sich in den letzten Tagen wahrlich überschlagen. Die schon länger langsam eskalierende Gewalt bei den Demonstrationen gegen die Abwendung des Pro-West-Kurses gipfelte in einem von Scharfschützen der Polizei angerichteten Massakers mit über 60 Toten. Dass dabei die (westlichen) Medienvertreter unbehelligt und aus nächster Nähe über die Taten berichten konnten, sich damit der Druck auf die Regierung Janukowitsch deutlich erhöhte und letztendlich seinen  vorläufigen Sturz beflügelte, mag zumindest etwas Verwunderung über die Beweggründe und mögliche Nutznießer der tödlichen Schüsse auslösen.

Durch die Flucht des nicht zu Unrecht umstrittenen Janukowitsch ist die Situation in der Ukraine aber noch lange nicht befriedet. Auf die pro-westliche Übergangsregierung wird noch viel Arbeit zukommen. Im Süden und Osten des Landes in die Begeisterung über den erzwungenen Regierungswechsel deutlich weniger ausgeprägt als in Kiew oder den westlichen Landesteilen.

Es soll bereits zu Gewalttätigkeiten zwischen pro-westlichen und pro-russischen Demonstranten gekommen sein, auch begründet durch einen Teil nationalistischer Gruppen auf Seiten der Anti-Janukowitsch-Fraktion.

Während die USA, Europa sowie die Nato die Übergangsregierung stützen und schon von einer Garantie der Souveränität sprechen, werden von russischer Seite groß angelegte Manöver in der Grenzregion angekündigt. Interessant wird auch die Situation auf der Krim. Neben einem über 50%tigen russischen Bevölkerungsanteil ist dort auch die russische Schwarzmeerflotte stationiert. Weder der Westen, noch Russland werden an einem Krieg in bzw. um die Ukraine interessiert sein. Dennoch fühlt man sich verbal in die Zeit des kalten Kriegs zurückversetzt und zumindest ein innerukrainischer und von außen befeuerter Bürgerkrieg um die Ausrichtung der Ukraine ist nicht unwahrscheinlich.

Auf einer etwas globaleren Ebene führt die Eskalation der Ereignisse zu einem deutlichen Zerwürfnis zwischen Russland und Europa, welches sich voraussichtlich wieder mehr an die durch die NSA-Affäre stark an Vertrauen verloren gegangenen USA binden wird. Ob zum Vorteil Europas kann anzweifelt werden.

Quellen:

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