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Krimkrise lässt die Börse wackeln

03. März 2014 - Internationales, Wirtschaft

Der inzwischen als global anzusehende Konflikt in der bzw. um die Ukraine gewinnt weiter an Brisanz. Uniformierte militärische Einheiten hatten bereits in den letzten Tagen Regierungsgebäude auf der Krim unter Ihre Kontrolle gebracht, wobei sich immer der Verdacht einstellte, dass es sich dabei um russische Truppen handelt. Inzwischen hat Putin auch offiziell Soldaten entsandt, begründet mit dem aus seiner Sicht notwendigen Schutz russischsprachiger Ukrainer bzw. russische Bürger.

Aber auch in anderen Landesteilen - vor allem in den östlichen Gebieten der Ukraine - gibt es pro-russische Kundgebungen sowie ebenfalls Besetzungen von Regierungsgebäuden. Man gewinnt ein wenig den Eindruck, dass sich die Situation vor Janukowitsch Flucht gedreht hat: jetzt versuchen pro-russische Kräfte gegen den Westkurs der jetzigen Regierung zu opponieren. Wäre da nicht die massive ausländische Einmischung.

Die Börsen waren heute weltweit unter Druck, wobei vor allen die Moskauer Börse mit Verlusten von mehr als 10 Prozent zu nennen ist. Insgesamt sind wieder starke Tendenzen zu krisensicheren Anlagen - Gold, Staatsanleihen o.ä. - zu erkennen. Für die immer noch angeschlagene Weltwirtschaft sind das keine guten Nachrichten.

UN Generalsekretär Ban Ki-moon diskutierte heute mit dem russischen Außenminister Sergey Lavrov über eine Deeskalation der Situation. Auch auf Ebene der OSZE sollen Gespräche aufgenommen werden. Von Seiten der Ukraine sind dagegen ganz andere Töne zu hören, die Rede ist von einer Kriegserklärung russischerseits, welche dann auch die Staaten betreffen würde, die der Ukraine die Souveränität zugesichert hatte - u.a. USA und Großbritannien. Die EU überlegt. Russland mit Sanktionen unter Druck zu setzen. Auch die Türkei - Heimat von ca. 7 Millionen während des 2. Weltkrieges vertriebenen Krimtataren - wird die Entwicklung scharf beobachten.

Alles in allem eine verfahrende Lage. Es bleibt zu hoffen, dass alle beteiligen Parteien sich nicht von der durchaus vorhandenen medialen Eskalation der Krise mitreißen lassen und konstruktiv an einer für alle Seiten vertretbaren Lösung arbeiten. Die Gesamtsituation ist sicherlich bedenklich, von einem größeren Krieg mit westlicher Beteiligung ist die Welt aber noch ein gutes Stück entfernt. Dennoch haben West wie Ost noch genug nicht-militärisches Potenzial zu Verfügung. Die USA sind auf russische Logistik zur Versorgung bzw. den Abzug ihrer Truppen in Afghanistan angewiesen, Europa und Russland unterhalten nennenswerte wirtschaftliche Beziehungen und viele westliche Länder benötigen russische Rohstoffe, während Russland wiederum westliche Devisen und Investitionen benötigt.

Der wirtschaftliche Schaden ist schon jetzt groß und könnte bei einer Verschärfung der Krise noch größere Ausmaße annehmen, wovon vor allem Europa, Russland und natürlich die Ukraine betroffen wären. Ob sich Russland in Hinblick auf die Beziehungen zu seinen zahlreichen Nachbarländer einen Gefallen getan hat, ist kaum zu erwarten. Einzig die USA können bisher reichlich unbeschadet auf die Krise blicken.

Quellen:

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