Diese Webseite verwendet Cookies. Diese werden z.B. für statistische Zwecke verwendet. mehr Informationenschließen
Aufklappen
Zuklappen

Archiv

2014 (65)
2013 (151)

Es wird ruhig um Syrien

07. März 2014 - Internationales

Der 2011 begonnene syrische Bürgerkrieg scheint sich langsam aus dem allgemeinen Interesse zu verabschieden. An der Intensität der Kämpfe und dem damit verbundenen humanitären Leid hat sich allerdings wenig geändert. Im Gegenteil, Offensiven und Belagerungen von Regierungstruppen führen zu zahlreichen Verwundeten, zu Unterernährung und sogar zu Hungertoten. Die Versorgung mit den wichtigsten Gütern kann auf Grund der Kämpfe nicht mehr durchgeführt werden.

Die glaubwürdigen Berichte kommen von der unabhängigen Syrien-Kommission der Vereinten Nationen (Independent International Commission of Inquiry on Syria), welche vom UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) benannt worden ist. Neben den Regierungstruppen werden auch andere bewaffnete Gruppen explizit im Zusammenhang mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit genannt. Die Kämpfe scheinen sich soweit brutalisiert zu haben, dass weder medizinisches Personal noch Krankenhäuser geschont werden und wiederholt mutmaßliche  Einsätze chemischer Waffen - ohne in diesen Fällen die Urheber bestimmen zu können - festgestellt worden sind.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Kriegsparteien das schwindende mediale Interesse - bedingt vor allem durch die Ereignisse in der Ukraine - nutzen, um ihre Ziele rücksichtslos zu verfolgen.

Für die Staatengemeinschaft kommt die Entwicklung auch nicht gerade ungelegen. Das beileibe nicht unerwartete Scheitern der Friedensgespräche für Syrien hat in erster Linie den Westen in die unangenehme Lage versetzt, sich entweder militärisch zu engagieren, im Zweifelsfall radikale Islamisten zu bewaffnen oder sich am Ende gar mit dem verteufelten Diktator Assad abzufinden. Mal abgesehen von den gegenüber dem Westen konträren Interessen Russlands sowie des Irans. Die Entwicklung in der Ukraine eröffnet jetzt die Option eines langsamen Ausschleichens der öffentlichen Präsenz des syrischen Bürgerkriegs und löst den im Vorfeld der Friedensgespräche aufgebauten Zwang, eine tragbare Lösung zu finden und durchsetzen zu müssen, auf.

Quellen:

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.

0 Kommentare