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Waffenhandel nimmt international zu

12. April 2014 - Internationales

Das Stockholm International Peace Research Institut hat vor Kurzem Zahlen zur Entwicklung des internationalen Waffenhandels veröffentlicht. Um jährliche Schwankung herauszurechnen, wurden zur Berechnung fünf Jahre umfassende Zeiträume verglichen: 2004-2008 und 2009-2013.

Weltweit stiegen die Waffentransfers zwischen den beiden Vergleichszeiträumen um 14%, wobei es deutliche regionale Unterschiede gibt. Während in Europa ein deutlicher Rückgang (-25%) zu verzeichnen und im Nahe Osten nur eine marginale Veränderung festzustellen war, stiegen die Waffentransfers in allen anderen Regionen (Nord- und Südamerika (+10%), Asien und Ozeanien (+34%), Afrika (+53%)).

Die größten Lieferanten im Zeitraum 2009-2013 waren die USA, Russland, Deutschland, China und Frankreich, die zusammen für stolze 74% aller Waffenexporte verantwortlich waren. Im Vergleich zum Vorzeitraum konnte China Frankreich vom vierten Platz verdrängen und dadurch mit in die Liga der wichtigsten Waffenexporteure aufsteigen.

Indien war im Zeitraum 2009-2013 mit einem Anteil von 14% der mit Abstand größte Waffenimporteur, gefolgt von China (5%) und Pakistan (5%). 2004-2008 führte China die Liste der Importeure mit 11% Anteil am Gesamtvolumen an, gefolgt von Indien mit lediglich 7%.

Vor allem die steigenden Waffenimporte im Asien spiegeln das dort vorhanden Konfliktpotenzial - u.a. Japan/China oder Indien/Pakistan/China - wieder.

Waffen sind und bleiben in jedem Fall ein milliardenschweres Geschäft. Neben Russland und China sind vor allem westliche Staaten die Hauptexporteure von modernem Rüstungsgerät. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation ist das Interesse hoch, die eigene Waffenindustrie mit lukrativen Aufträgen zu versorgen. Regimewechsel können dabei eine interessant Rolle bei der Wahl des zukünftigen Hauptwaffenlieferanten spielen. Selbst blutige Kriege können - solange die eigene Volkswirtschaft nicht selber beteiligt ist - positive wirtschaftliche Effekte mit sich bringen , allerdings i.d.R. immer mit einem mittelfristigen Schaden für die Gesamtweltwirtschaft.

Update

In verschiedenen Medien werden Zahlen über gesunkene Militärausgaben 2013 genannt. Anzumerken ist, dass im obigen Artikel die Waffentransfers bzw. der Waffenhandel thematisiert wurde und nicht die Militärausgaben.

Trotz global leicht sinkender Militärausgaben (-1,9% im Vergleich zum Vorjahr), wird - abgesehen von den USA (Einsparungen v.a. durch den beginnenden Abzug aus Afghanistan sowie haushaltspolitische Gründe) und Europa (bedingt durch die Wirtschaftskrise) - weiter aufgerüstet. Die Länder mit den höchsten Militärausgaben 2013 sind die USA, gefolgt von China, Russland und  Saudi-Arabien. Deutschland nimmt weltweit den siebten Rang ein.

Quellen:

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