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Saudische Truppen an Iraks Grenzen

09. Juli 2014 - Internationales

Der Irak verliert immer mehr an staatlicher Autorität und setzt im starken Maße die seit  langen erkennbaren Auflösungserscheinungen fort. Verantwortlich für erhöhte Geschwindigkeit des Zerfalls ist das scheinbar unerwartet Vorrücken der radikal- islamischen Organisation Isis.

Isis hat ihren Ursprung dabei im syrischen Bürgerkrieg und der vom Westen mitfinanzierten Unterstützung der Assad-Gegner. Ob daraus Lehren gezogen werden, bleibt abzuwarten.

Bisher beschränkt sich der Herrschaftsbereich der Isis auf syrisches wie irakisches Territorium. Das selbst ausgerufene Kalifat - glaubt man den kursierenden Medienberichten - plant aber bis nach Europa zu expandieren und hat zumindest das Potenzial die ehedem unruhige Region weiter zu destabilisieren. Dass Isis ein Chemiewaffenlager der irakischen Armee übernommen hat, wirkt nicht gerade beruhigend, auch wenn die dortigen Bestände nach US-Angaben nicht mehr gebrauchsfähig sein sollen.

Was Saudi-Arabien mit dem Truppenaufmarsch bezwecken will, lässt sich nur mutmaßen. Der vorgeschobene Schutz der Grenzen vor Terroristen wirkt auf den ersten Blick unglaubwürdig, immerhin gilt das saudische Königshaus als einer der wichtigsten Finanziers radikal-islamischer Gruppierungen weltweit. Auf der anderen Seite sind die saudischen Herrscher gerade in diesen Kreisen alles andere als angesehen und müssen im Inneren genau das fürchten, was sie im Ausland unterstützen. Der Truppenaufmarsch könnte aber auch als Zeichen gegenüber dem Erzrivalen Iran verstanden werden, dessen Einflussgebiet sich durch die schiitischen Gebiete des Iraks bereits an die Grenzen Saudi-Arabiens vorgeschoben hat.

Als große Profiteure könnten die Kurden hervorgehen, deren Bestreben nach einem eigenen Staat im Norden des Irak bereits sehr konkrete Formen annimmt, ähnlich wie auch in den von Kurden besiedelten Gebieten Syriens.

Quellen:

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