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USA wieder militärisch im Irak aktiv

10. August 2014 - Internationales

Die USA sind nach einiger Abstinenz im Irak doch wieder militärisch aktiv geworden und gehen mit Luftangriffen gegen Stellungen der IS (islamischer Staat, vormals als ISIS bekannt) vor. Truppen der IS haben es innerhalb kurzer Zeit geschafft, große Teile des Iraks sowie nennenswerte syrische Gebiete unter ihre Kontrolle zu bringen und auch zu halten. Die Schwäche der darbenden irakischen Staatsmacht sowie die schon lange anhaltende Spaltung sunnitischer und schiitischer Iraker hat sicherlich zum Erfolg von IS beigetragen, ohne massive Finanzierung aus dem Ausland scheint diese Entwicklung jedoch nur schwer erklärlich zu sein. Dass IS inzwischen auch Ölfelder kontrolliert, wird dessen Machtbasis weiter stärken.

Die Gründe für das Eingreifen der USA sind undurchsichtig. Offiziell soll die Flucht von über 20.000 Jesiden unterstützt werden, die sich als Andersgläubige vor Übergriffen der IS in Bergland geflüchtet hatten. Kurdische Kämpfer - welche sich auch Gefechte mit IS-Truppen liefern - scheinen einen Großteil der Jesiden nach Syrien gebracht zu haben.

Bisher kämpften IS-Truppen vornehmlich gegen den iraktischen Zentralstaat. Seit einiger Zeit gegen die Offensiven jedoch auch erfolgreich gehen den kurdisch kontrollierten und für irakische Zustände vergleichsweise stabilen Norden des Landes. Auch im Libanon kam es bereits zu Gefechten mit IS-Einheiten.

Die Veränderungen im Irak sorgen in jedem Fall für massive Flüchtlingsströme, vorerst vor allem innerhalb des Iraks, mit wachsendem Erfolg des IS wird es jedoch mehr als nur ein regionales Problem werden. Neben den genannten Jesiden sind laut katholischer Kirche auch ca. 300.000 irakische Christen auf der Flucht. Die Region hat bereits mit der Versorgung von Flüchtlingen aus dem syrischen Bürgerkrieg zu kämpfen, ein erneuter größerer Strom an Menschen könnte die ehedem prekäre Lage noch weiter verschlimmern.

Quellen:

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