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Kein Ende der Ukraine-Krise in Sicht

18. August 2014 - Internationales

Der seit Monaten anhaltende und eskalierende kriegsähnliche Zustand in der Ukraine lässt weiter auf Normalisierung warten, eher im Gegenteil. Beide Konfliktparteien, wie auch deren Unterstützer, schenken sich wenig. Für Beobachter der Situation ergibt sich ein reichlich unklares Bild, da je nach Quellenlage erschreckend unterschiedliche Wahrheiten propagiert werden.

Aktuell scheinen die kiewtreuen Militärs Erfolge für sich verbuchen, von den Separatisten größere Gebiete erobern und auf die für diese wichtigen Städte Donezk und Luhansk vorzurücken zu können. Das strategisch wichtige Abschneiden von der russischen Grenze ist dagegen noch nicht gelungen. Inwiefern das ukrainische Militär in der Lage ist, sich dauerhaft durchzusetzen, bleibt offen. Berichte von desertierten Soldaten sind ebenso zu lesen, wie die von geglückten Gegenoffensiven und Einkesselungen durch die Separatisten. Zudem scheinen sich Gräben zwischen der Regierung Poroschenko und dem - auch militärisch bedeutenden - rechten Sektor aufzutun, was die militärische Situation deutlich verändern könnte.

Leidtragend ist in jedem Fall die Zivilbevölkerung. Sollten die Kämpfe bis in den Herbst oder Winter andauern, wird von dieser noch viel mehr abverlangt werden, woran auch Hilfstransporte - zur Zeit sowohl von ukrainischer wie russischer Seite unterwegs - wenig ändern werden können. Nachdem von den kläglichen Versuchen eine diplomatische Lösung zu finden nichts mehr zu hören ist, scheint vor allem von westlich-ukrainischer Seite voll auf die militärische Karte gesetzt zu werden. Wie sich Russland am Ende verhalten wird, bleibt die große Unbekannte.

Die Sanktionen gegen das zum alleinigen Bösewicht stilisieren Russland könnten sich mittelfristig zu einem schweren Boomerang für Europa erweisen. Das BIP in Deutschland sank im 2. Quartal 2014 um 0,2 %, was auch der Einbeziehung der Wirtschaft in diesen Konflikt geschuldet ist.

Neben den zu allerlei Spekulationen verleitenden Ereignissen - Schüsse auf dem Maidan und Abschuss der MH17 (wer ist dafür verantwortlich?), angebliches Eindringen russischer Militärfahrzeuge in die Ukraine sowie deren Vernichtung (hier müssten doch schon längst belastende Fotografien vorhanden sein) -, bleibt vor allem Frage offen, welche Szenarien zur Beendigung des Krieges in der Ukraine sowie der Beseitigung der in Folge dessen angerichteten diplomatischen wie wirtschaftlichen Schäden - insbesondere das Verhältnis der EU zu Russland - eigentlich vorliegen.

Quellen:

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