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Vergebene Hoffnung auf Regierung der Einheit

24. August 2014 - Internationales

Der Rücktritt des stark unter Druck geratenen Ministerpräsidenten Maliki in der letzte Wochen scheint die Hoffnung auf eine Restabilisierung des Irak zu nähren. Der schiitische Politiker wird für die religiöse Spaltung des Landes und das Erstarken der Truppen des islamischen Staates verantwortlich gemacht. Vor allem in Bezug auf letzteres wirken die Vorwürfe in Anbetracht der Unterstützung der Vorläufer wie auch des aktuell marodierenden Islamischen Staates direkt durch den Westen bzw. durch dessen Verbündete Saudi-Arabien und Katar sehr vereinfachend.

Wie Malikis ebenfalls schiitischer Nachfolger Haidar al-Aba das Wunder einer von den verschiedenen Volks- und Religionsgruppen akzeptierten Regierung bewirken soll, bleibt offen. Ein mutmaßlich von Schiiten verübter Anschlag auf eine sunnitische Moschee mit über 70 Toten zeigt beispielhaft, wie tief die Gräben und wie groß der Hass bereits ausgeprägt sind. Dabei sollte auch nicht außer Acht gelassen werden, dass die schiitische Majorität sich zu Zeiten Saddam Husseins durch die sunnitische Minderheit deutlicher Unterdrückung ausgesetzt sah und dadurch noch viele Rechnungen offen sein werden.

Die Kurden wiederum sehen im Zerfall des Iraks die Chance auf einen eigenen Staat. Der Präsident des schon jetzt mit weitreichenden Autonomierechten versehenen kurdischen Nordirak Massud Barzani hat schon vor einigen Wochen ein Referendum zum Unabhängigkeit angekündigt.

Als einzige einigende Größe bleibt also die Bedrohung durch den Islamischen Staat, wobei zumindest im gemäßigten sunnitischen Lager die schwierige Wahl zwischen einer Minorisierung in einem schiitisch dominierten Irak oder das Leben unter der Herrschaft brutaler Glaubensfanatiker bleibt. Sicherlich keine Einfache Entscheidung.

In diesem Kontext wirkt die Hoffnungen auf eine sogenannte Einheitsregierung und einer mittelfristigen Beruhigung des Iraks schon sehr optimistisch.

Quellen:

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