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UN unter Beschuss

03. September 2014 - Internationales

Die immer noch bestehende Instabilität des Mali forderte letzte Woche 4 Tote und 15 Verletzte  unter den dort zur Beruhigung eingesetzten UN-Soldaten, bereits knapp zwei Wochen davor kostete ein Selbstmordanschlag das Leben zweier UN-Soldaten. Die Angriffe waren der bisherige Gipfel von vermehrten Übergriffen und Anschlägen. Waren zunächst mehrheitlich malinesische Sicherheitskräfte das Ziel, rücken jetzt auch UN-Truppen in den Fokus der Aufständischen. Diese setzen bewusst auf eine guerillaartige Kriegsführung, die schon vom Kampf der Taliban gegen das von den USA geführte Militärbündnis in Afghanistan oder von irakischen Radikalen bekannt und vor allen durch den Einsatz sogenannter improvised explosive devices (IEDs) geprägt ist. Die ohnehin nicht übermäßig gut ausgestatteten UN-Truppen werden sich schwer tun, in Mali einen nachhaltigen Frieden durchzusetzen.

Im nahen Osten - konkret in der Grenzregion zwischen Israel und Syrien - haben Kämpfer der radikalislamischen al-Nusra-Front über 40 UN-Soldaten als Geiseln genommen. Weitere von al-Nusra-Kämpfern eingekesselte UN-Soldaten konnten inzwischen in Sicherheit gebracht werden. Etwas absurd muten Meldungen an, dass als Forderung für die Freilassung der Geiseln u.a. die Listung als Terrorgruppierung von Seiten der Vereinten Nationen zurückgenommen werden soll. Brisanz gewinnt die Situation aber auch dadurch, dass sich Israel - welches vor kurzen erst einen längeren und blutigen Militäreinsatz im Gazastreifen durchführen musste - statt vertrauter Blauhelme auf einmal ihm wenig gut gesonnene Terroristen an der Grenze gegenüber sieht.

Die beiden Fälle sind letztendlich nur zwei weitere Beispiele für die sich ändernden Einsatzbedingungen der UN-Truppen. Während staatliche Akteure in Hinblick auf die eigene Reputation selten dazu geneigt sind gegen UN-Personal vorzugehen, kennen Gruppierung wie die oben genannte al-Nusra-Front deutlich weniger Skrupel. Inwiefern die UN mit dieser Art von Konfliktsituationen mittelfristig umzugehen gedenkt, bleibt offen.

Quellen:

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