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Neue alte US-Strategie

16. September 2014 - Internationales

Während die Truppen des Islamischen Staates weiter Angst und Schrecken in deren syrisch-irakischen Gebieten verbreiten, stellte Obama letzte Woche die US-Strategie zur Bekämpfung eben dieser Kämpfer vor. Eine Ausweitung der Luftschläge steht hierbei ebenso auf der Agenda, wie die Formung einer Koalition verbündeter Staaten zur Schwächung der logistischen und finanziellen Unterstützung des Islamischen Staates sowie die Aufrüstung moderater Kräfte in Syrien.

Was die USA als Strategie verkauft, wirkt bei näherer Betrachtung doch sehr bekannt. Seit Jahren versuchen US-Militärs gezielt Anführer von islamistischen Gruppierungen u.a. in Pakistan, Jemen, Afghanistan oder Somalia durch Dronenangriffe auszuschalten. Neben der permanenten Verletzung der Staatssouveränität und dem Bruch rechtsstaatlicher Prinzipien, stellt sich strategisch die Frage, in wie weit die Tötung einzelner potenziell gefährlicher Terroristen den immensen Verlust des Ansehen der USA, bzw. in deren Kontext des Westens an sich, durch die erheblichen zivilen Opfer in den betroffenen Ländern aufwiegt. 

Dem islamischen Staat von der finanziellen Seite anzugreifen wäre dagegen ein Leichtes. Bekannte Konten einfrieren, kein Öl mehr aus deren Raffinerien handeln, Unterstützerländer zwingen deren Leistungen einzustellen und die zu kontrollierenden Grenzen - z.B. Türkei - schließen. Von den genannten Punkte wurde bisher nichts umgesetzt und es bleibt fraglich, inwieweit hier wirklich nachhaltig etwas passieren wird.

Die Bewaffnung moderater Kräfte in Syrien - die Ausbildung soll Gerüchten nach ausgerechnet im weltweiten radikalenfinanzierer Saudi-Arabien stattfinden - ist ein Deja Vu. Hatte der Westen nicht zu Beginn des syrischen Bürgerkrieges verschiedene Anti-Assad Verbände aufgerüstet, aus denen u.a. auch die Einheiten des Islamischen Staates hervorgingen?

Bezieht man in die Bewertung der geplanten Strategie mit ein, dass bei der Formung der Koalition der Iran - der sowohl in Syrien als auch im Irak über bedeutenden Einfluss verfügt - trotz einer gewissen Annäherung an die USA auf Grund der Einbindung u.a. von Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emirate wohl ebenso außen vor bleiben wird, wie die tendenziell PKK nahen Kurden Syriens und betrachtet man die immer noch fragile Situation des Irakischen Staates, so mag das insgesamt bedenklich stimmen.

Mit einer Ansage wird Obama richtig liegen: es wird ein langer Kampf werden.

Quellen:

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