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Türkei, Kurden und Islamischer Staat

14. Oktober 2014 - Internationales

Während eine internationale Koalition unter US-Führung weiter Stellungen des Islamischen Staates (IS) in bzw. bei der stark umkämpften syrischen und mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt Kobane bombardiert, lässt die Türkei wieder Flugzeuge gegen die PKK starten. Der seit 2013 eingeleitet Waffenstillstand sowie die aufgenommenen Verhandlungen zwischen der PKK und der türkischen Regierung könnten dadurch einen schweren Schaden nehmen.

Ob es Angriffe der PKK auf türkischen Militäreinrichtungen gab - was als Begründung für die Militärschläge angeführt wird - bleibt unklar. Die Türkei sah sich dieses Jahr schon einmal Vorwürfen eine False Flag Aktion geplant zu haben ausgesetzt.

Unbestritten ist in jedem Fall die aufgeheizte Stimmung der kurdischen Bevölkerung nicht nur in der Türkei, die wohl nicht zu Unrecht ein Massaker der IS-Truppen bei einem Fall von Kobane fürchtet und auf ein entschiedeneres Eingreifen pocht. Die immer wieder aufgegriffenen Vorwürfe, die Türkei unterstütze aktiv den Islamischen Staat, während sie gleichzeitig Hilfe für die kurdischen Kämpfer blockiert, machen die Situation nicht besser. Dass die NATO den Vorwürfen gegenüber einem ihrer Mitglieder nicht entschieden nachgeht ist unverständlich, immerhin beteiligen sich gerade mehrere NATO-Ländern am Kampf gegen den Islamischen Staat. Eine auch nur passive Unterstützung des IS aus der Türkei wäre daher mehr als skandalös.

Aus Sicht der Türkei spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle. Eine Schwächung PPK-naher kurdischer Verbände wird hierbei ebenso eine Rolle spielen, wie Szenarien die eigene Machtposition in der Region auszubauen. Inwiefern das Verhalten der Stabilität der Türkei zuträglich ist, bleibt offen, ungefährlich ist es jedoch nicht.

Erwähnenswert ist noch, dass die Türkei mit den irakischen Kurden und deren Quasi-Staat deutlich weniger Probleme hat, als mit den syrischen Kurden. Auch innerhalb der kurdischen Fraktionen herrscht eine große Rivalität. Insgesamt also eine komplexe Gemengelage.

Quellen:

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