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Mare Nostrum wird beendet

31. Oktober 2014 - Internationales

Die vor etwas über einem Jahr von Italien gestartete maritime Operation Mare Norstum zur Rettung von Flüchtlingen in Seenot, wird ab morgen eingestellt werden. Mare Nostrum wurde nach dem Tod von über 300 Flüchtlingen vor der italienischen Insel Lampedusa ins Leben gerufen. Nachfolgen wird ab morgen die Operation Triton, durchgeführt von der europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Frontex). Neben einer massiven Kosteneinsparung von 9 auf 3 Millionen Euro pro Monat, wird auch das Mandat deutlich weniger umfangreich sein. Während sich Mare Nostrum auch auf die hohe See bis hin zur libyschen Küste erstreckte, soll Triton lediglich küstennahe Grenzgebiete der EU abdecken.

Durch Mare Nostrum konnten 150.000 Menschen gerettet und über 500 Menschenhändler festgesetzt werden, während die Zahl der Ertrunkenen dennoch anstieg. Vor allem erstere Zahl stieß innerhalb Europas immer wieder auf Kritik und wurde als Beleg gesehen, dass durch die Rettungsaktionen erst recht Flüchtlinge den riskanten Weg auf sich nehmen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR stellt dem bereits vor Mare Nostrum angestiegene Flüchtlingszahlen gegenüber.

Der Zusammenbruch staatlicher Strukturen in Libyen trägt sicherlich auch einen Teil zur Entwicklung bei und macht deutlich, dass es auch auf die Mitverantwortlichen auf der anderen Seite des Meeres zurückfallen kann, wenn Mithilfe beim Sturz eines Diktators geleistet wird, ohne die spezifischen Gegebenheiten des Landes zu berücksichtigen oder gar einen Plan für die Zeit danach zu haben.

Die Mitarbeiter von Triton werden den kaum lösbaren Konflikt zwischen einer moralischen Verpflichtung zur Rettung von Menschen und der gebotenen Aufgabe zur Abhaltung der selbigen aushalten müssen. Die Verantwortliche Politik befindet sich ebenfalls in dem Dilemma zwischen funktionierender Realpolitik und eigenen humanitären Ansprüchen. Diese Konstellation macht wenig Hoffnung auf mittel- und langfristig funktionierende Ansätze.

Quellen:

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