Diese Webseite verwendet Cookies. Diese werden z.B. für statistische Zwecke verwendet. mehr Informationenschließen
Aufklappen
Zuklappen

Archiv

2014 (65)
2013 (151)

Nahost-Konflikt flammt auf

19. November 2014 - Internationales

Der Dauerkonfliktherd Israel/Palästina scheint aktuell wieder an Schärfe zu gewinnen. Nachdem es Anfang Juli bis Ende August dieses Jahres schon zu kriegsähnlichen Handlungen zwischen Israel und der als radikal-islamisch geltenden Hamas mit mehreren hundert Toten sowie massiven Zerstörungen der Infrastruktur im Gazastreifen kam, droht wieder eine Eskalation zwischen Palästinensern und Israel.

Auslöser und politische Gründe bedürfen wie so oft eines genaueren Blickes. Während in der oben genannten Auseinandersetzung das palästinensische Lager gespalten war und der Kampf zwischen der den Gazastreifen beherrschenden Hamas und Israel ausgetragen wurde, kam es in der Folgezeit zu einer deutlichen Annäherung zwischen der Hamas und der im Westjordanland regierenden Fatah, was von israelischer Seite wenig positiv aufgenommen wurde.

Ende Oktober wurde in Jerusalem ein Anschlag auf einen Israeli verübt. Als Konsequenz wurde der Zugang zur Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg ganz bzw. stark eingeschränkt, was von palästinensischer Seite als massive Provokation aufgefasst worden ist.

Ein erneuter Anschlag palästinensischer Radikaler auf ein Synagoge am gestrigen Tag führte wiederum zu heftigen Reaktionen aus Israel, u.a. wurden die Häuser der Attentäter zerstört - letztendlich eine Form der international geächteten Sippenhaft - sowie die Grenztruppen verstärkt.

Ob die Bemühungen der EU, die Konfliktparteien zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen und dem Erreichen einer dauerhaften Zwei-Staaten-Lösung zu bewegen, den Realitäten gerecht werden, ist diskutabel. Während Israel durch den nie wirklich unterbundenen Siedlungsbau auf palästinensischen Gebieten Fakten schafft und durch eine Blockade die wirtschaftliche Entwicklung in den Autonomiegebieten unmöglich macht, bedrohen radikale palästinensische Gruppierungen die Sicherheitsinteressen Israels und rechtfertigen wiederum entsprechende Reaktionen.

Israels Position sollte auch im Hinblick auf den alles andere als weit entfernten Islamischen Staat betrachtet werden, der bei weiterer Ausbreitung früher oder später unweigerlich zu einer Bedrohung für Israel werden wird. Jegliche Ansätze radikal-islamischer Tendenzen in Palästina - wozu aus israelischer Sicht auch die Annäherung zwischen Hamas und Fatah gelten mag - werden in dem Kontext verstärkt harte Reaktion hervorrufen.  

Insgesamt bleibt die Frage, wie und vor allem ob dieser Konflikt überhaupt jemals lösbar sein wird.

Quellen:

Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.

0 Kommentare