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Kinder im Visier

18. Dezember 2014 - Internationales

Diese Woche wurden an einem Tag (16.12) bei zwei schweren Anschlägen zahlreiche Kinder Opfer von terroristischen Gruppierungen. In den Medien war in erster Linie vom Massaker radikal-islamischer Taliban in einer pakistanischen Schule mit weit über 100 Toten - davon ein Großteil Kinder - zu lesen. Am gleichen Tag wurden in Jemen 15 Kinder auf dem Weg zur Schule Opfer einer Autobombe.

In beiden Ländern werden seit langem Kämpfe zwischen Regierung und Aufständischen geführt, wobei im Falle Jemens noch ein inter-religiöser Konflikt (vgl. Abbildung unten) zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen dazu kommt. Pakistan steht auf Grund seiner geographischen Nachbarschaft zu Afghanistan sowie seiner Position als Atommacht generell mehr im Fokus der Aufmerksamkeit. Dennoch gleichen sich  die Rezepte des Westens: Drohnenangriffe, logistische wie finanzielle Unterstützung sowie ein oftmals nicht ganz so genauer Blick bei Polizei- und Militäraktionen.

Dass mit diesen Maßnahmen alleine keine Stabilität zu erreichen ist, zeigt sich nicht nur in den beiden genannten Ländern, sondern u.a. auch im Irak oder Syrien. Vielmehr scheint die Eskalationsspirale weiter hoch zu drehen und lässt in Zukunft weitere Anschläge dieser Art erwarten. Eine schnelle und einfache Lösung wird nicht geben. Zu komplex sind die Strukturen in Hinblick auf Stammes-, Schicht- und Religionszugehörigkeit in den beiden Ländern. Ohne eine umfassende Berücksichtigung dieser - im weitesten Sinne - Kulturfaktoren wird jede militärische Aktion letztendlich an Wirkung verlieren.

Stellt sich am Ende noch die Frage, warum Kinder überhaupt in das Visier von Terroristen gelangen. Von einer rückwärtsgerichteten und daher schulfeindlichen Ideologie abgesehen, geht es den Tätern damit vor allem um eins: Aufmerksamkeit. Und diese haben Sie auch weltweit bekommen.

Auch wenn es in der heutigen Medienlandschaft kaum machbar wäre, aber die vollkommene Ausblendung solcher Grausamkeiten würde die Strategie der Radikalen deutlich mehr untergraben, als die Ausweitung von Drohnenangriffen.

Quellen:


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